Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Philosophen stilisieren bis heute das ästhetische Objekt als Gegenstand der Erkenntnis und löschen damit den "Eigensinn" der Kunst aus. Ruth Sonderegger zeigt, wie eine "Ästhetik des Spiels" der Kunst gerecht werden kann.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 15.03.2001
Die vorliegende Ästhetik des Spiels weist dem Rezensenten Martin Seel einen "aussichtsreichen Weg". Der Autorin gelinge, so der Rezensent, in ihrer Argumentation der Nachweis, dass weder die Hermeneutik Gadamers noch Derridas Dekonstruktion "dem Eigensinn der Kunsterfahrung" gerecht werden. "Ihre Theorie des Spiels" hingegen sieht den Ausführungen des Rezensenten gemäß in den besprochenen Theorien keineswegs Alternativen, sondern fordert das "permanente" Zusammendenken beider Ansätze. Dies wiederum erscheint dem Rezensenten ein wenig problematisch, da es jenseits einer "negativen Freiheit", die sich immer wieder von gewonnenen Kunsterfahrungen distanzieren muss, schwierig ist, zu einer "eine positiven Bestimmung der Autonomie des Ästhetischen" zu gelangen. Ebenso kritisch betrachtet der Rezensent den Begriff des Ästhetischen, der seiner Meinung nach unzulässiger Weise von der Autorin auf den Bereich der Kunstwerke eingeschränkt wird. Was somit als "aussichtsreicher Weg" von einer Ästhetik des Spiels übrigbleibt, scheint einzig die Kritik an Gadamer und Derrida und langsam begreifen wir, warum der Rezensent die Rezension mit einem Verweis auf Kant beginnt.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 18.11.2000
Originell ist dieses Buch nicht, gibt Sascha Michel zu. Außer dem Hinweis auf eine immerhin "überraschende Komplizenschaft" zwischen Hermeneutik und Dekonstruktion, die in beider Missachtung einer autonomen ästhetischen Erfahrung liege, findet er wenig Spektakuläres. Die Annäherung der beiden Diskurse über den Spielbegriff, den die Autorin einbringt, gelinge zwar durch einen "eleganten Trick", so Michel - einem Abstecher zu Friedrich Schlegels "unendlicher Reflexion" - das Zusammendenken der beiden Prinzipien aber sei "so alt wie die Ästhetik selbst". Da Michel auch der "dialogischen Darstellungspraxis" der Arbeit eigentlich nichts abgewinnen kann, wird er diese nicht gemeint haben, wenn er abschließend schreibt, dass die unspektakulären Bücher mitunter die brauchbarsten seien.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 23.09.2000
Als "ein bemerkenswertes Plädoyer für die Autonomie der Ästhetik" schätzt der Rezensent mit dem Kürzel "lx." diesen Band ein, dessen Thesen er in einer Kurzkritik wohlwollend nachzeichnet. Danach beklagt die Autorin, dass philosophische Lektüren der Kunst, wie man sie etwa bei Gadamer oder Derrida findet, die Kunst zu einem Mittel der Wahrheitsfindung machen, und dies selbst, wenn man sie wie Derrida "subversiv" lesen will. Dagegen setzt sie nach Auskunft des Rezensenten einen Begriff des Spiels, den sie bei Schlegel entlehnt. Und in diesem Spiel, so scheint es, entzieht sich die Kunst selbst dem Zugriff der Philosophen.
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