Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Frederik Hetmann

Old Shatterhand, das bin ich

Die Lebensgeschichte des Karl May. (Ab 16 Jahre)

Cover: Old Shatterhand, das bin ich

Beltz und Gelberg Verlag, Weinheim 2000
ISBN-10 3407808720
ISBN-13 9783407808721
Gebunden, 317 Seiten, 18,41 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Seine Leser hat Karl May (1842-1912) in die exotische Welt des Orients und des amerikanischen Westens versetzt, als wäre er selbst auf den Spuren von Winnetou und Old Shatterhand, Hadschi Halef Omar und Kara Ben Nemsi gewandelt. 33 Bände "Reiseerzählungen" hat er verfasst und ist doch so gut wie nie aus seiner sächsischen Heimat herausgekommen. Abenteuerlich war sein Leben trotzdem - Gefangenschaft, Geheimnis und Zweikampf im Namen der Ehre sind darin immer wiederkehrende Situationen. Aufgewachsen mit 13 Geschwistern in einer bescheidenen Weber-Familie, wird er aus materieller Not straffällig. Eine hart urteilende Justiz und seine schon da überschwängliche Phantasie treiben ihn immer tiefer in kriminelle Verstrickungen: Was mit einem Kleinstdiebstahl begann, endet in Amtsanmaßung und Hochstapelei. Im Zuchthaus entdeckt Karl May, 32-jährig, seine erzählerische Begabung. Er schreibt Dorfgeschichten und sentimentale Romane, bevor er die "Reiseerzählungen" zu seinem eigentlichen Motiv macht. Frederik Hetmann erzählt den sozialen und kulturhistorischen Hintergrund von Mays Schaffen und stellt dessen wichtigste Werke in pointierten Rezensionen vor.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.12.2000

Frederik Hetmans Buch rückt das Bild, das mancher Leser noch von Karl May haben mag, zurecht. Findet jedenfalls Rezensentin Siggi Seuss, für den es eine "erstaunlich aufschlussreiche Lektüre" war. Die größte Stärke liegt für ihn in der genauen Beschreibung des ärmlichen Milieus, aus dem May stammte. Hier werde der Zusammenhang von "Realität und Fantasie" deutlich, die Notwendigkeit zur Erfindung eines "Paralleluniversums", das May mitunter für wirklicher hielt als die Realität. Kritik gibt es nur an mancher "sprachlichen Eskapade", demonstriert an einem psychoanalytisch orientierten Zitat aus Hans Wollschlägers Karl-May-Biografie.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 16.11.2000

Karl May war ein "Popstar des 19. Jahrhunderts" und die Erfolgsgeschichte hat kein Ende: Aus dem Nachlass kommt immer noch jährlich (!) ein neues Buch heraus und die Biografieforschung dürfte im Umfang derjenigen Goethes kaum nachstehen. Nun gibt es Mays Leben für Kinder erzählt und rausgekommen ist nichts geringeres als eine "bemerkenswerte Biografie", so Reinhard Osterroth. Mays "Abrutschen ins Kriminelle" werde ebenso eindringlich beschrieben wie seine Art zu Schreiben. Die Ausführungen über den "absoluten Erzähler" sind für Osterroth gar das schönste Kapitel.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren