2 CDs, 105 Min.. Live-Lesung mit musikalischer Begleitung. Gelesen v. Helene Grass u. Gerd Wameling. Die Liebe zwischen der Sängerin Lotte Lenya und dem Komponisten Kurt Weill war voller Kapriolen: eine Künstlerehe, stets gefährdet und doch unauflöslich, ein so ernster wie heiterer Lebensdialog, in den sich schreckliche Zeitgeschichte ebenso einmischte wie ungezählte Rivalen. Helene Grass und Gerd Wameling - die eine mit sanfter und klarer Stimme, der andere mit spöttisch selbstironischem Unterton - haben aus dem kunterbunten Briefwechsel der beiden Liebenden eine wunderschöne, musikalischbegleitete Revue werden lassen.
Eva Behrendts Rezension scheint zunächst auf einen Verriss hinauszulaufen, wenn sie andeutet, dass diese "E-Mail for you"- Produktion auf den Ausläufern der Weill-Nostalgie mitschwimmt. Auch die Auflistung von Koseworten wie "Tütilein und Weillili, Blumilein und Schnubi, Trrräubchen und Froschi", mit denen sich Weill und Lenya beglückt haben, macht nicht gerade neugierig. Dennoch: die Auswahl der Briefe fügt sich, so Behrendt, zu einer "aufregenden Erzählung" zusammen, auch wenn die von der Rezensentin aufgelisteten Klatsch- und Tratsch-Passagen dies nicht unbedingt verdeutlichen. Großes Lob sendet die Rezensentin an die Sprecher Gerd Wameling und Helene Grass. Wameling zeichne sich vor allem durch ein "süffisantes Grinsen" in der Stimme aus, Grass durch Wärme und "Stolz". Die sehr spezielle Art von Lenya und Weill, miteinander zu kommunizieren, ihre besondere Sprache, "boshafter Witz, Begeisterung und Zärtlichkeit", sieht die Rezensentin hier offenbar bestens wiedergegeben. Lediglich der Applaus hätte ihrer Meinung nach gerne herausgeschnitten werden können.
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