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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Hans-Ulrich Wehler

Umbruch und Kontinuität

Essays zum 20. Jahrhundert

Cover: Umbruch und Kontinuität

C. H. Beck Verlag, München 2000
ISBN-10 3406459404
ISBN-13 9783406459405
Taschenbuch, 341 Seiten, 15,29 EUR

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Klappentext

Ein Grundthema dieser Essays, die erneut die Analyse wissenschaftlicher Probleme mit der Erörterung tagespolitischer Fragen verbinden, ist das Spannungsverhältnis zwischen tiefen politischen Umbrüchen und gesellschaftlicher Strukturen von langlebiger Dauer in der europäischen, besonders der deutschen Geschichte. Es steht auch im Mittelpunkt weiterer Essays, die gesellschaftsgeschichtlichen Problemen - so der Frage nach der Zukunft der "Bürgergesellschaft" -, Wendepunkten der deutschen Geschichte und schließlich Fragen der Geschichtswissenschaft gelten.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 29.03.2001

Christoph Jahr ist, seiner Erwartung entsprechend, ganz zufrieden mit dieser Essaysammlung. Aber er hat in seiner Kurzkritik auch Zweifel anzumelden. Zunächst hebt er das "umfassende historische Wissen" des Autors hervor, das er im vorliegenden Buch mit politischem Engagement gemischt sieht. Jahr ist äußerst angetan von der Offenheit, mit der Wehlers seine "wissenschaftlichen und außerwissenschaftlichen" Voraussetzungen darlegt. Was dem Rezensenten allerdings missfällt, ist die "defensive Grundhaltung", mit der Wehler neuere Ansätze in der Sozial- und Gesellschaftsgeschichte pauschal ablehnt und sich dafür geradezu verzweifelt an Autoritäten wie Max Weber klammert. Richtiggehend "irritierend" findet Jahr die "Heftigkeit der Attacken", mit der Wehler auf die neuere Forschung reagiert. "Etwas mehr Gelassenheit" hätte hier gut getan, meint Jahr.

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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 07.11.2000

Der britische Historiker Richard J. Evans freut sich jedes Mal, wenn er etwas von Wehler liest. Keiner sei so polemisch wie er und dabei so erfindungsreich. Einer der neuen beleidigenden Begriffe, die er gelernt hat, lautet: "kryptonormativistischer `Rattenfänger` für die postmoderne Denkverwilderung". Aber auch wenn ihm der polemische Wehler Spaß macht, so hat Evans der nachdenkliche, nüchterne Wehler letztlich mehr zu sagen - von beidem sei in dem Aufsatzband, der nur vier bislang unveröffentlichte Beiträge enthält, reichlich vorhanden. Am spannendsten findet der Rezensent Wehlers Auseinandersetzung mit Theodor Schieder, seinem Lehrer. Schieder und die anderen seien für Wehler "mehr als bloße Mitläufer" gewesen, die ihr Fehlverhalten allerdings durch Liberalität und Förderung junger Wissenschaftler und linker Denkansätze teilweise wieder wettgemacht hätten. Für unverzeihlich halte Wehler das Schweigen seines Lehrers in Bezug auf seine nationalsozialistische Verstrickung - etwas naiv, meint Evans, dass er glaube, ein öffentliches Eingeständnis hätte Schieders Karriere nicht geschadet. Etwas bestürzt nimmt Evans außerdem zur Kenntnis, dass Wehler der Geschichtsforschung anderer Länder wenig Aufmerksamkeit widmet: außer Hobsbawm hätte es in der angelsächsischen Geschichtsforschung auch andere bedeutende Namen gegeben, versichert der Rezensent glaubhaft.

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Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren