Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 21.03.2000
Die Musikliteratur hat die Politik entdeckt. Es gibt bereits verschiedene Untersuchungen des politischen Umfelds und seiner Rückkoppelung auf das künstlerische Schaffen insbesondere der Wiener Künstler. Als besonders "ausgereift" lobt nun Andres Briner in seiner Besprechung das aus einer Dissertation hervorgegangene Buch von Michael Kohlhäufl, das sich den Freundeskreis Franz Schuberts vorknöpft. Nicht alle, aber viele Dichter seiner Lieder oder anderer musikdramatischer Werke gehörten zu den politisch Verfolgten in der Zeit nach dem Wiener Kongress von 1815, für die das "poetische Vaterland", daher der Buchtitel, zu einer Art innerer Zuflucht wird. Kohlhäufls Leistung, schreibt Briner, liegt vor allem in der politisch differenzierten Darstellung des Schubertschen Freundeskreises. Ein "textlich vorzüglich" gearbeitetes und für die Schubertforschung "neu bestimmendes" Buch.
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