Bücher der Saison
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Klappentext
Aus dem Englischen von Nikolaus G. Schneider. Durch den weltweiten Sieg des Kapitalismus und die Globalisierung in seinem Gefolge ist der Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit wieder virulent geworden. Sogenannte multikulturelle Phänomene wie die Befreiung nationaler Minderheiten oder die rechtliche Gleichstellung von Homosexuellen verkleistern diesen Widerspruch nur und gestatten es der Politik, sich auf Nebenfelder zurückzuziehen. Gefordert ist stattdessen eine wirklich notwendende Politik, und zwar weltweit. Diese Politik braucht eine ethische Verankerung, für die Slavoj Zizek Vorschläge unterbreitet. Stets geht es ihm darum, die gegenwärtig aufkeimenden antiaufklärerischen und entpolitisierten Formen von Spiritualität zu bekämpfen und nach den Prinzipien einer ethisch fundierten Politik zu suchen.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.10.2000
Mit Marx, Lacan und Kant im Rücken widmet sich der slowenische Philosoph in dieser Essaysammlung dem Kampf gegen die "konformistischen liberalen Halunken". Der Rezensent Norbert Seitz beschränkt sich weitgehend auf die Inhaltsangaben einzelner Aufsätze: In "Der Moslem" geht es gegen den religiösen Fundamentalismus, in "Papst vs. Dalai-Lama" gegen die "ultimative Illusion", als die Zizek die Realität begreift. Die gemeinsame Stoßrichtung aller Essays ist der Kampf um eine "neue ethische Fundierung", die die Postmoderne von ihrem Liberalismus heilen könnte.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 18.10.2000
Einen roten Faden vermisst Ulrike Brunotte in der Essaysammlung des slowenischen Kulturwissenschaftlers und Post-Marxisten Slavoj Zizek. Er verspreche zwar im Untertitel seines Buches die Verteidigung des christlichen Erbes, beginne aber mit der an Lacan orientierten Feststellung, dem modernen Kapitalismus sei es weitgehend gelungen, die Fabrikarbeit zugunsten der Suggestion einer reinen Konsumfreude auszublenden. Doch was das Christentum mit der vorgelegten Gesellschaftsdiagnose zu tun hat, bleibt der Rezensentin schleierhaft. Stattdessen gebe es drei Abschnitte über die Schauprozesse Stalins, die bereits in der Zeitschrift "Lettre" erschienen seien. Lediglich da, wo Zizek versucht, die Lehre des heiligen Paulus als die "radikalste der Religionen gegen alle Pluralismusverfechter zu retten", so Brunotte, kommt der Autor auf seine eigene Ausgangsfrage zurück, wenn auch auf schockierende Weise. In seiner Radikalität fühlt sich die Rezensentin sogar an die "Erklärung Dominus Jesus" von Kardinal Ratzinger erinnert. Zizeks Ziel sei es, durch die Inkarnationslehre `die Große Kette des Seins zu zerreißen` (Zizek). Geradezu "fatal" wirke es, wenn der Autor mit Paulus und Lacan versuche, das Christentum zum unerbittlichen `Gesetz` (Zizek) zu stilisieren. Die Rezensentin gibt zu, verstört zu sein. Überzeugt ist sie nicht.
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