Kaum eine historische Gestalt ist so sehr von Legenden umrankt wie Vlad Draculea Tepes: Fürst der Walachei im Spätmittelalter, Kämpfer gegen das Osmanische Reich und Kristallisationspunkt blutiger Mythen, die schließlich in Bram Stokers großem Roman "Dracula" (1897) kulminierten und so den Protagonisten zu einem Ahnherrn der Vampire werden ließen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 21.12.2011
Von wegen Mythos. So gut der Autor hier auch die Fäden zusammenführt (zwischen dem grausamen Brauch des Pfählens und dem Pfahl im Herz des Vampirs), um die Entstehung des Dracula-Bildes zu erläutern, so wenig wird es wohl dazu beitragen, die Herabsetzung Südosteuropas gegenüber dem Westen aus der Welt zu schaffen. Und die, da ist sich Wieland Elfferding sicher, hat todsicher mit dem Grafen aus Transsilvanien zu tun, dessen Geschichte der Historiker Heiko Haumann hier so präzise als möglich nachzeichnet. Die Lücken und Unwägbarkeiten in der Forschung aufzuzeigen, ist dabei laut Elfferding mindestens ebenso wichtig, wie die Analyse dessen, was man die Konstruktion eines Vampirs nennen könnte. Wie die beiden Mythenkreise, Vlad Draculea hier, Vampirismus dort, einst zusammengerührt wurden, vermag das Buch dem Rezensenten zu offenbaren. Noch weiter ausschöpfbar erscheinen dem Rezensenten indes die Bezüge, sozialpsychologisch, literarisch, historisch, die der Autor immerhin dankenswerterweise herstellt zum Blutsauger aus Siebenbürgen.
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