Mansura Eseddin

Hinter dem Paradies

Roman
Cover: Hinter dem Paradies
Unionsverlag, Zürich 2011
ISBN 9783293004344
Gebunden, 189 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Aus dem Arabischen von Hartmut Fähndrich. Im "Weißen Haus", in einem Dorf im Nildelta, sind Gamila und Salma gemeinsam aufgewachsen. Heute kommt Gamila als Studentin im kurzen, schwarzen Kleidchen daher und trägt Luis Vuitton. Salma führt ein bürgerliches Leben und will aus der Enge ihrer unerfreulichen Ehe ins Schreiben flüchten. Salma fasst den Mut, ihre Familiengeschichte zu schreiben. Sie kehrt zurück ins Weiße Haus. Dort ist es still geworden. Nur Mutter und Tante sitzen noch auf der Veranda und tuscheln. Früher war dieses Haus eine Bühne für die Kämpfe und Dramen der weit verzweigten Fabrikantenfamilie, ihrer Dienstboten und Arbeiter. Die Ziegelfabrik machte die Familie reich, die Revolutionen des Landes ruinierten sie wieder.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.01.2012

Lena Bopp hat sich in die Welt des Nildeltas hineinziehen lassen, in der Mansura Eseddins Roman "Hinter dem Paradies" spielt. Die ägyptische Autorin erzählt darin von einer Frau, die nach ihrer gescheiterten Ehe in das Dorf ihrer Eltern zurückkehrt und einen Roman über ihre Familie zu schreiben beginnt. Aus den Porträts ihrer Angehörigen entwickelt sich ein Gesellschaftspanorama der siebziger Jahre, in denen Armut, soziale Diskriminierung und Aberglaube (mehr noch als Religion) das Leben bestimmen. Nicht immer sei erzählerisch alles gelungen, räumt Bopp ein, betont aber, wie spannend es sei, in einem ägyptischen Roman von weiblichen Bedürfnissen und Sehnsüchten zu lesen, wenn das Gespräch über "Liebe, Männer und Sex" noch immer ein tabu ist.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 06.12.2011

Das Erscheinen eines Romans dieser Autorin in deutscher Übersetzung scheint für Rezensentin Angela Schader ein kleines Fest zu sein. Als fantasievoll und eigenwillig kennt sie Mansura Eseddins Schreiben, dabei dennoch mit genug Realitätssinn ausgestattet, um nicht die Bodenhaftung zu verlieren. Allerdings weiß Schader auch um die Aufgabe des Lesers in diesem Fall: Ohne ein bisschen Mitarbeit beim Knüpfen der losen Handlungsfäden, meint sie, geht es nicht. Dann aber, beruhigt uns Schader, wird die Geschichte einer seelischen Krise nach dem Tod des Vaters der Hauptfigur eine runde, packende Sache, der mitunter etwas wackeligen psychologischen Ebene zum Trotz.
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