Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Nagib Mahfus

Anfang und Ende

Roman

Cover: Anfang und Ende

Unionsverlag, Zürich 2000
ISBN-10 3293002765
ISBN-13 9783293002760
Gebunden, 378 Seiten, 19,94 EUR

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Klappentext

Aus dem Arabischen von Doris Kilias. Eines Morgens werden die beiden Brüder Hussain und Hassanein aus der Schule gerufen: Der Vater ist tot. Sein Tod bringt die Familie an den Rand des Abgrunds. Wie soll die Mutter ihre vier Kinder in Ehren hochbringen? Mit Energie und Entschiedenheit nimmt sie die Zügel in die Hand. Doch jedes Kind will auf seine Art die Familie unterstützen und geht einen eigenen Weg. Eine Zeit lang geht alles gut, doch der Untergang der Familie, die sich an die letzten Schimmer des Glücks klammert, rückt unausweichlich näher. Als der älteste Sohn als Rauschgifthändler verhaftet wird, Hassanein mit der Auflösung der Verlobung seine Braut an seinen Bruder Hussain weitergibt und Nafisa in einer Absteige aufgegriffen wird, liegt der Schein des ehrbaren Lebens für die ganze Familie in Trümmern.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 21.10.2000

Renate Wiggershaus ist von dem Roman beeindruckt, dessen Autor sie als "bedeutendsten ägyptischen Erzähler des 20. Jahrhunderts" würdigt. Sie ordnet das erst jetzt in deutscher Übersetzung erschienene Buch der mittleren, "sozialkritischen" Werkphase Machfus` zu. Im Zentrum stehe der soziale Abstieg einer Familie. Zwar bezeichnet die Rezensentin die Wirkung des Realismus` dieses Romans nicht zuletzt durch den zeitlichen und kulturellen Abstand für hiesige Leser als "holzschnittartig", preist aber im gleichen Atemzug die dadurch entstehende "atmosphärische Dichte" der Schilderungen. Als besonders positiv hebt sie hervor , wie der Autor die Schuld zwischen dem Einzelnen und den gesellschaftlichen Verhältnissen verteilt hat, denn das schärfe den "Sinn für die Komplexität des Lebens".

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.10.2000

Das Interessante bei Machfus, meint Stefan Weidner, sei seine Sprache, sein innovativer Stil, der sich allerdings selbst bei guter Übersetzung schwerlich hinüberretten lasse. Die Geschichten dagegen sind für ihn eher banal, soziale Kolportage im kleinbürgerlichen Milieu Kairos, wo auch der Plot dieses frühen Romans von Machfus angesiedelt ist, den Weidner beinahe wieder weggelegt hätte, wenn nicht... Ein aufmerksamer Rezensent - gut, dass manche Leute weiterlesen müssen. Dem Familiendrama um sozialen Abstieg und Entehrung gewinnt Machfus dann nämlich eine Tiefe und eine Wendung ab, die für Weidner völlig unerwartet kommen. Außerdem findet er es interessant, dass aus ägyptischer Sicht die Ambitionen eines Offiziers keinen - tragischen - Heldenstoff abgeben, sondern ausgesprochen distanziert behandelt werden. Literarisch gesehen, meint der Rezensent, hätten uns die späten Romane Machfus` mehr zu geben - sein geläuterter märchenhafter, vom Sufismus geprägter Stil -; von den sozialen Umbrüchen Ägyptens, zwischen Tradition und Moderne, in denen auch Machfus naturalistisch erzählte Geschichten wurzeln, erfahre der Leser hier allerdings mehr.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 19.09.2000

Erdmute Heller geht in ihrer Rezension zunächst auf die Entwicklung des Romans in Ägypten ein und berücksichtigt dabei insbesondere die Hinwendung des Autors zum realistischen Roman, die für seine frühe Zeit, in der auch der vorliegende Roman entstand, von Bedeutung war. Die Stärke der frühen Romane Machfus sieht die Rezensentin vor allem darin, dass er die ägyptische Gesellschaft "in tiefer sozialer, psychologischer und politischer Krise" zeigt. Dies sein insofern ungewöhnlich, als dass bis dahin das Schicksal der Benachteiligten in Ägypten "unter dem Deckmantel der Moral, Religion und der Heuchelei verschwiegen worden war". Zwar hält Heller diesen Roman nicht für den stärksten des Autors. Jedoch betrachtet sie dieses Buch (wie auch die "Midaq-Gasse") als frühe Probe für seine Kairo-Trilogie, "mit der Machfus die realistische Phase seines literarischen Schaffens abgeschlossen hat".

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12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

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