"Athen und Jerusalem" gilt seit jeher als eine identitätstiftende Besonderheit der abendländischen Kultur. Dieser Vorstellung stehen jedoch die Konfrontationen zwischen Philosophie und Christentum in der Spätantike (Kelsos, Porphyrios und Julian Apostata) und in der Neuzeit, insbesondere in der Aufklärung, entgegen. Ihre vergleichende Analyse macht die Zäsuren sichtbar, die das Christentum in der Geschichte der Welt- und Menschenbilder gesetzt hat. Gerade in grundlegenden Fragen der Ethik, Anthropologie und Metaphysik erweist sich jene Vorstellung einer abendländischen Synthese als unzutreffend.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.11.2011
In höchsten Tönen lobt Dorothea Weltecke diese Arbeit des Marburger Philosophiehistorikers Winfried Schröders, der sich zu ihrer Freude mit sehr scharfem und präzise geführten Besteck daran macht, die für die europäische Geschichtskonstruktion gern proklamierte Verbindung von Athen und Jerusalem als Mythos zu zerlegen. Die Symbiose von christlicher Religion und griechischer Philosophie ist Fiktion, weiß die Rezensentin nach Lektüre dieser Studie, überzeugend führe Schröder vor Augen, wie scharf die Kritik der Philosophen bereits in Antike und Spätantike war, von Kelsos über Porphyros bis Kaiser Julian, dank ausführlicher Belege und einer tadellosen Argumentation. Deutlich machen konnte der Autor auch der Rezensentin, wie sehr antike und neuzeitliche Philosophen in ihrer Kritik an christlichen Glaubens- und Wertvorstellungen übereinstimmen.
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