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Blaise Cendrars
Die Signatur des Feuers
Klappentext
Aus dem Französischen übersetzt von Giò Waeckerlin Induni. Im ersten Band seines vierbändigen Lebens-"Romans", den er während des Zweiten Weltkriegs in einem südfranzösischen Unterschlupf schrieb, erinnert sich Cendrars an Situationen, die sein Leben und Schreiben geprägt haben. Er protokolliert eine Welt ohne Ordnung, in der das Leben den Menschen immer wieder wie ein Blitz trifft und zeichnet. Nur wer die geballte Energie der Welt in Luzidität verwandeln kann, überlebt. Und findet seine eigene Signatur des Lebens, des Feuers und der Dinge.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 07.02.2001
Katharina Döbler entlässt den Leser verwirrt, aber auch sehr neugierig aus ihrer Rezension dieses "sogenannten autobiografischen" Textes. Erst erklärt sie, dass Blaise Cendrars eine "literarische Gestalt" sei, die nicht verwechselt werden sollte mit Frederic Sauser (so Cendrars "richtiger" Name). Eine rein fiktive Gestalt scheint Cendrars aber auch nicht zu sein, denn Döbler zählt gleich darauf die Gemeinsamkeiten der beiden auf: beide reisten viel, beide drehten Filme, malten, dichteten und schrieben Reportagen. Beide waren in Paris Vorkämpfer der Moderne und beide kämpften in der Fremdenlegion im Ersten Weltkrieg, wo sie einen Arm verloren. Der Unterschied besteht nach Döbler vor allem darin, dass Cendrars "keine Herkunft" hat und auch keine Familie. Sauser dagegen war verheiratet, hatte drei Kinder und - nun ja - sogar Eltern. "Die Signatur des Feuers" erzählt vor allem vom Krieg. Döbler ist tief beeindruckt vor allem von der Beschreibung der Angst und der Erstarrung an der Front. Mindestens genauso fasziniert ist jedoch auch von dem "wunderbaren Größenwahn" Cendrars, seinen "Sprüngen, Eruptionen und Verlangsamungen", seiner "begeisterten Hingabe an das Leben" - nicht nur während des Krieges, sondern auch bei so alltäglichen Dingen wie Autofahren. Das wundert den Leser allerdings gar nicht: Cendrars, so hat er nämlich vorher erfahren, besaß einen von Braque entworfenen Alfa Romeo. Oder war es Sauser?
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.12.2000
Hans-Jürgen Heinrichs ist äußerst fasziniert von dem Autor, der 1887 in der Schweiz geboren wurde und 1991 in Paris gestorbenen ist und von dem jetzt der erste Band seines vierbändigen autobiografischen Romans auf Deutsch vorliegt. Er ist beeindruckt von dem Wechsel "spannungsgeladener", actionreicher Passagen und äußerst zarten Prosastücken, in denen sich der Autor als "sensibler, von der Sprache verzauberter Jongleur" entpuppt. Überhaupt stecke hinter der Lust am temporeichen Erzählen auch die Sehnsucht nach "Ruhe, Trägheit, Träumen und Flanieren", so der Rezensent, der das Buch als "komplexes Bild" sowohl des autobiografischen Ich wie der umgebenden Welt preist.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 19.10.2000
Ralph Rainer Wuthenow erhofft sich, dass das Buch hierzulande das Interesse am Werk des französischen Schriftstellers schweizerischer Abstammung erneuert. Dessen Berichte seien zwar von ihren Sujets her nicht besonders bemerkenswert, zeichneten sich aber durch ihre Erzählweise aus. Der Rezensent preist den Autor als "faszinierenden, niemals schwelgerischen Erzähler", der die Raffinesse seiner Texte hinter der scheinbar ungeordneten, "zufälligen" Struktur verbirgt. Die Sprache ist von "ungeheurer" Suggestionskraft, schwärmt der Rezensent, der sich immer wieder an Texte von Gérard de Nerval erinnert fühlt. Er ist fasziniert von der temporeichen Erzählweise, die nicht "konsequent auf einen Zielpunkt hin" konzipiert ist und preist die Art, mit der der Autor "Erinnerungen, Reportagen und Berichte des ihm Zugetragenen" verarbeitet.
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