Aus dem Englischen von Sebastian Vogel. Mit 31 zum Teil farbigen Abbildungen. Wer stürzte lange vor Kopernikus das heliozentrische Weltbild? Ibn al-Shatir. Wer beschrieb als Erster den Blutkreislauf? Ibn al-Nafees. Wer war vor Leonardo das erste Universalgenie? Abu Rayan al-Biruni. Im 9. Jahrhundert gründete der Kalif von Bagdad das legendäre "Haus der Weisheit", das fortan zum Weltzentrum der Gelehrsamkeit wurde. Hier wurden die großen Werke der Antike - Galen, Hippokrates, Platon, Aristoteles und Archimedes - vor dem Vergessen bewahrt, grundlegende Erkenntnisse der Astronomie, Mathematik, Medizin und Zoologie gewonnen. Der britisch-irakische Wissenschaftshistoriker Jim al-Kahlili erzählt die faszinierenden Geschichten dieser Pioniere der Wissenschaften und vom einzigartigen Goldenen Zeitalter arabischer Gelehrsamkeit, ohne die unsere abendländische Kultur so nicht existieren würde.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.07.2011
Als der abendländischen Renaissance vergleichbare Epoche sei jene Phase der arabisch-muslimischen Kultur zu betrachten, in der, im "Bait al Hikma" - dem "Haus der Weisheit" - versammelt, Gelehrte und Künstler seit dem frühen 9. Jahrhundert unserer Zeitrechnung nicht nur die bedeutenden Werke der westlichen Welt übersetzten, sondern durch eigene Kommentare, Fortsetzungen, Forschungen aller Art die arabische Kultur zu nicht mehr erreichter Blüte trieben. Der Autor dieses Bandes Jim al-Khalili ist irakischer Herkunft, aufgewachsen aber in England. Er ist Physiker und konzentriert sich auf die eher naturwissenschaftlichen Aspekte, aber auch Verweise auf Philosophisches und Theologisches bleiben nicht aus. Als Augenöffner bezeichnet Rezensent Wolfgang Günter Lerch diesen Band, der viele bedeutende und im arabischen Raum bis heute berühmte Gelehrte der damaligen Zeit vorstellt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.07.2011
Rezensent Stefan Weidner schätzt Jim al-Khalilis Buch "Im Haus der Weisheit" als gelungene Einführung in die arabischen Wissenschaften des Mittelalters. Angesichts all der Islamdebatten findet er den nüchternen, unpolemischen Zugang des irakischstämmischen britischen Physikers zur Materie sehr erfreulich. Im Mittelpunkt sieht er hier nämlich die tatsächlichen Errungenschaften arabischer Wissenschaftler und nicht deren Apologie. So räume der Autor mit "positiven wie negativen Mythen" gleichermaßen auf. Warum der Forschergeist der arabischen Welt in der Renaissance allerdings versiegte, kann für ihn auch al-Khalili nicht wirklich erklären. Nichtsdestoweniger lobt Weidner die überaus kenntnisreiche und gut lesbare Darstellung der Leistungen der arabischen Wissenschaften vor allem auf den Gebieten der Algebra, Geometrie und Astronomie.
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