Der junge Ottheinrich von der Pfalz, einer der bedeutendsten deutschen Kunstsammler und Bibliophilen der Renaissance, begab sich im Winter 1519/20 auf eine dreimonatige Reise durch Spanien und Portugal. Zu seinem Gefolge gehörte der sprach- und landeskundige Sekretär Johann Maria Warschitz, der ein Memorial der Fahrt verfasste. Mit diesem Tagebuch, das zu den ganz seltenen vollständigen und im Original erhaltenen Reiseberichten der Zeit gehört, wird die Reise Ottheinrichs zu einer der bestdokumentierten dieser Epoche.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 20.04.2011
Auch wenn die Rezensentin Caroline Kesser die Bedeutung dieses frühneuzeitlichen Reisetagebuchs nicht unterschätzen möchte, eine reine Freude war die Lektüre nicht für sie. Der Lombarde Johann Maria Warschitz schildert darin die Expedition, die er im Jahr 1519 mit dem jungen Pfalzgrafen Ottoheinrich durch Spanien und Portugal unternommen hat, von Katalonien bis Andalusien, über Lissabon bis Santiago de Compostela. Leider sei Warschitz kein sonderlich origineller Schreiber, seufzt Kessaer, Tag für Tag berichtet er von der Beschaffenheit des Weges, die Landschaften sind entweder schön oder wild, die Menschen gut oder böse. Die Begegnung mit "holdseligen Dirnen" gereicht der Rezensentin dann schon zur Abwechslung und Freude. Die Kommentare der Herausgeberin Karin Hellwig findet die Rezensentin erhellend.
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