Aus dem Englischen von Heike Schlatterer. Am 1. Mai 2003 landete George W. Bush mit einem Kampfjet auf dem Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln", trat vor die Kameras und verkündete "das Ende aller Kampfhandlungen im Irak - Mission accomplished". Als Nick McDonell beinahe sieben Jahre später als "embedded journalist" - bei der 1st Cavalry Division der U.S. Army - das Land besucht, erscheint Bushs Rede wie blanker Hohn. Er begegnete der Bevölkerung im Irak und den vielen, vielen dort verbliebenen Soldaten. Schnell wird deutlich, dass der Irak, über sieben Jahre nach dem vermeintlichen Kriegsende, noch immer ein Ort voller Gefahr, Herausforderungen und Konflikten ist. Dieses Buch ist kein Beitrag zu einem abstrakten politischen Diskurs, sondern ein Bericht über eine Außenpolitik voller Fehlentscheidungen und eine lakonische und nüchterne Kriegsreportage: "Jeder, den ich im Irak traf, hatte eine Geschichte zu erzählen. Alle diese Geschichten waren schrecklich. Ausnahmslos."
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 16.03.2011
Rezensent Ulrich Ladurner, im Hauptberuf Auslandsreporter der "Zeit", schickt seiner Besprechung einige unfreundliche Bemerkungen über Kriegsreporter vorweg, die ihre Abenteuer allzu drastisch aufbereiten, ohne damit wirklich dem Verständnis zu dienen. Mit Namen nennt er Sebastian Junger, dessen Erfolgsbuch "War" Ladurner ganz besonders wenig leiden konnte. Der Schriftsteller Nick McDonell nun hat es in Ladurners Augen ganz anders gemacht, er schreibe lakonisch, hintergründig, ehrlich und auch historisch reflektiert. Sehr beeindruckt hat den Rezensenten dabei, wie McDonell die amerikanischen Soldaten porträtiert: etwa den 22-jährigen Gu, dessen hispanische Mutter nicht einmal eine Aufenthaltsgenehmigung besaß, als ihr Sohn für die USA in den Irakkrieg zog.
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