Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Klappentext
4 mp3-CDs und ein Begleitbuch (192 Seiten, zahlr. Abb.). 36 Stunden O-Ton Heiner Müller. Bei Heiner Müller wird das gesprochene Wort zur eigenständigen Kunstform. Während Müllers literarisches Werk durch eine Werkausgabe gut editiert ist, waren die Aufnahmen, die ihn als sprechenden Dichter, schlagfertigen Redner, außergewöhnlichen Vorleser und brillanten Aphoristiker zeigen, weitestgehend unzugänglich und unbekannt. Erstmals erscheint jetzt eine umfassende Auswahl von meist Tondokumenten mit Interviews, Gesprächen und Lesungen eigener wie fremder Texte. So gut wie keines dieser Dokumente liegt bislang in gedruckter oder anderer Form vor.
Die Ausgabe enthält ein ausführlich kommentierendes Buch, u. a. mit Beiträgen von Mitarbeitern und Gesprächspartnern aus dem Umfeld Heiner Müllers.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.01.2012
Sechsunddreißig Stunden Heiner Müller sind eine ganz schöne Herausforderung, meint Rezensentin Irene Bazinger. Dennoch kann sie die vier MP3-CDs, auf denen die Literaturwissenschaftlerin Kristin Schulz alle Interviews, Lesungen, Reden und Kommentare aus den Jahren 1972 bis 1995 des ostdeutschen Dramatikers versammelt, nur empfehlen. Erfreulich unpathetisch findet sie Müllers Lesungen seiner eigener Texte oder derjenigen anderer Autoren, wie etwa Bertolt Brecht oder Jewgenij Jewtuschenko. Neben zahlreichen Bonmots und "charmanten Flapsigkeiten" - etwa Müllers Spruch "Zehn Deutsche sind natürlich dümmer als fünf Deutsche" - hat die Rezensentin intellektuellen Reflexionen gelauscht, die sie über die störenden Tonschwankungen der verschiedenen Rundfunkaufzeichnungen hinwegsehen lassen. Und dank des umfassenden und kenntnisreichen Begleitbuchs kann Bazinger auch das Fehlen eines roten Fadens verzeihen.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 24.03.2011
Müller-Maniacs empfiehlt Alexander Cammann diese Sammlung von O-Ton-Dokumenten unbedingt, allen anderen aber auch: Auf vier MP3-CDs hat Krisitn Schulz so ziemlich alles zusammengetragen, was Heiner Müller jemals gesagt hat, na gut, nur alles, was aufgezeichnet wurde. Cammann führte dieses "Müller-Material" noch einmal den Dramatiker in seiner ganzen Genialität und Selbstinszenierungskunst vor Augen respektive Ohren: Das Genuschel, das dem hohen deutschen Dichterton ein Ende bereitete, andere zwang, genau hinzuhören und dabei nicht weniger pathetisch war; die "unermüdliche Anekdotenmaschine" wie den "ungemein scharfsichtigen und gehaltvollen" Kopf und einen weise vor sich hin "brabbelnden Schamanen". Alles drin, versichert Camman.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.03.2011
Eine wahre Fundgrube für den Heiner-Müller-Fan (und jeden, der es noch werden will) stelle diese Sammlung von Tonaufnahmen mit dem 1995 verstorbenen Autor dar. Gespräche und Reden finden sich darin, oftmals erlebe man Müller dabei als weit weniger schroff und hermetisch als in seinen zur festen Form geronnenen literarischen und sonstigen geschriebenen Texten. Nicht gerade "primitiv" - wie von ihm selbst behauptet -, aber doch "verständlich" erscheint Müller dem Rezensenten Jens Bisky dabei. Besonders interessant findet er die Aufnahmen von Gesprächen im Deutschen Theater kurz vor der DDR-Revolution. Kaum weniger aufschlussreich, erhellend und spannend aber sind, so Bisky, viele der weiteren Zeugnisse dieser Ausgabe.
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