Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Der Hausarzt untersucht lyrische Erscheinungen bei Hans Magnus Enzensberger, Robert Gernhardt, Dieter M. Gräf, Durs Grünbein, Harald Hartung, Sarah Kirsch, Thomas Kling, Uwe Kolbe, Friederike Mayröcker, Metallica, Heiner Müller, Peter Rühmkorff, Poetry! Slam!, Raoul Schrott, Mark Strand, Armin Senser und vielen anderen.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.07.2000
Hans-Herbert Räkel klärt den Leser zunächst darüber auf, dass es sich hier um eine Zusammenstellung von Kolumnen handelt, die der Lyriker Steffen Jacobs unter dem Pseudonym Stephan Jacob in der Literaturzeitschrift "Neue Rundschau" veröffentlicht hatte. Als vermeintlicher Arzt im Ruhestand hatte der Autor Gedichte kritisiert. Räkel gibt sich dann die größte Mühe, dem Buch Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Er findet die Kritiken manchmal nachvollziehbar - aber meistens gehen sie ihm auf die Nerven. Das Kokettieren des Autors mit seinem - noch - jugendlich Alter, wenn er Dichtern wie Gernhardt oder Enzensberger "Altersmildheit" vorhält, missfällt ihm ebenso wie die oft "plump" satirischen Anmerkungen (Durs Grünbeins Gedichte etwa werden kurzerhand als `brillantines Geschreibsel" abgetan). So hält Räkel den Doktor nach dem ersten Amüsement bald für einen "alten Nörgler, dessen poetische Untersuchungen einen solchen "Hautgout als Nebengeschmack" haben, dass "man manche bedenkenswerte Kritik nur mit Widerwillen schluckt".
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 27.06.2000
Manfred Papst weist zunächst darauf hin, dass es sich bei diesem Band um eine Zusammenstellung von Texten einer Kolumne aus der "Neuen Rundschau" des S. Fischer-Verlags handelt, die ein angeblicher Arzt im Ruhestand namens Jakob Stephan verfasst habe. Papst stellt allerdings klar, dass der Autor in Wirklichkeit ein wesentlich jüngerer Lyriker namens Steffen Jacobs ist. Das müsse man zwar "nicht unbedingt" wissen, aber dieses Wissen helfe, "das etwas penetrante Doktor-Gehabe als komödiantische Inszenierung einzuordnen". Davon abgesehen hat sich der Rezensent bei der Lektüre des Bandes offenbar bestens amüsiert und er stellt anerkennend fest, dass sich über moderne Lyrik "auch anders reden lässt als in Rätseln". Als gelungen betrachtet er, dass der Autor die Rezensionen durch mehrere "rote Fäden" zusammen hält und allerhand Autoren auf pointierte Weise aufs Korn nimmt (so etwa den "predigerhaften Duktus" Heiner Müllers oder die "fortschreitende Altersmilde" bei Robert Gernhardt). An manchen Stellen jedoch sinkt der Lyrik-Doktor leider etwas "unter sein Niveau" (`echter Gadamer Käse` ist so ein Beispiel), so Papst, der aber ansonsten sehr angetan ist vom Unterhaltungswert des Bandes.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.03.2000
Willi Winkler weist darauf hin, dass es sich hier um den Nachdruck von Kolumnen handelt, die Jakob Stephan (mit wirklichem Namen Steffen Jacobs) für die "Neue Rundschau" verfasste und in der er die neuere Lyrik von Enzensberger bis Grünbein und von Walcott bis Brodsky als eine Art "Lyrikdoktor" auf Herz und Nieren prüfte. Seine Diagnosen sind nach Winkler deprimierend. Stephan scheint nicht zu den Ärzten zu gehören, die ihren Patienten die Wahrheit verschweigen.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 21.03.2000
In einer kurzen Rezension bekennt Frank Schäfer dem "abgefeimten Charme" des Autors restlos erlegen zu sein. Stephan, der bei Fischer und Haffmans veröffentlicht, nehme mit "ironisch gebrochener Altväterlichkeit" den Literaturbetrieb zur Brust, vorzugsweise die "Suhrkampklüngelei". Zu den Vorbildern des Autors zählt Schäfer Gernhardt, Enzensberger, Rühmkorf und "Metallica".
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 18.03.2000
Nach Ansicht von "böt" hat dieses Buch lediglich einen einzigen Haken: Demnach ist der Lyriker Steffen Jacobs, der sich hinter dem Lyrikdoktor Jacob Stephan verbirgt, selber recht immun gegen "weise Ratschläge". Ansonsten ist "böt" äußerst angetan von der "netten, hemdsärmeligenArt" des Jacob Stephan, der mit einer Mischung aus Altersweisheit, Gelassenheit und Pragmatismus siechen Lyrikern ein wenig auf die poetischen Sprünge helfen will. Zwar findet der Rezensent Stephans Diagnosen und Therapien reichlich dubios, wenig vertrauenerweckend und dazu noch seien sie von sehr geringem Nutzen. Aber immerhin sei die Lektüre dieses Buches amüsant. Und Heiterkeit soll ja bekanntlich gesundheitsfördernd sein.
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