Günter Blamberger

Heinrich von Kleist

Biografie
Cover: Heinrich von Kleist
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2011
ISBN 9783100071118
Gebunden, 688 Seiten, 24,95 EUR

Klappentext

Wie kein anderer deutscher Dichter hat Kleist die Leser fasziniert. Doch was ist sein Geheimnis? Woher kommt die Tragik seines Lebens? Was sagt uns sein Werk heute? In seiner Biografie zeichnet Günter Blamberger einen neuen Kleist: Anders als üblich erzählt er nicht vom Ende her, vom Selbstmord, sondern wählt die offene Perspektive, das Präsens, den Augenblick, wie er von Kleist selbst erlebt worden ist. Damit gelingt es ihm, das Beunruhigende und Staunenswerte offenzulegen, den Zündstoff in Kleists Leben und Werk zu zeigen. Entstanden ist das packende und anschauliche Porträt eines der großen deutschen literarischen Genies die definitive Biografie für unsere Zeit.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 17.11.2011

Sehr eng verknüpft Wolf Kittler in seiner Besprechung die beiden Kleist-Biografie von Peter Michalzik und Günter Blamberger, dies auseinanderzuklamüsern ist nicht ganz leicht. Zu Kleist gibt es wenig Zeugnisse und die sind seit langem bekannt, schickt Kittler voraus, der sich deshalb auch nicht viel Neues erwartet hat. Blambergers Buch ist die Biografie eines Literaturwissenschaftler, keines Historikers, was Kittler stört, als ihn Bambergers Interpretationen weder beim "Michael Kohlhaas" noch beim "Zerbrochenen Krug" überzeugen. Zum einen kreidet Kittler dem Autor an, dass viele seiner Ideen und Spielereien nicht zünden, zum anderen teilt er nicht dessen Vorliebe für Mehrdeutigkeiten.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 18.08.2011

Jürgen Berger rezensiert Günter Blambergers Kleist-Biografie zusammen mit einer weiteren von Peter Michalzik. Sein Urteil über Blambergers Buch fällt allerdings vergleichsweise knapp aus. Blamberger, seines Zeichens Präsident der Kleist-Gesellschaft, nehme das literarische Werk des preußischen Dichters in den Fokus, informiert der Rezensent. Vor seitenlangen Interpretationen einzelner Dramen und Erzählungen schrecke er dabei nicht zurück, so dass sich Berger zuweilen wie ein "Dürstender in hermeneutischem Ödland" fühlt. Immerhin konzediert der Kritiker, dass Blamberger seinen Gegenstand mit Hingabe und Enthusiasmus behandle. Insgesamt aber gibt Berger der nicht auf Kleists Schaffen, sondern auf dessen Lebensstationen konzentrierten Biografie Michalziks den Vorzug.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.07.2011

Für den Rezensenten Wolfgang Schneider steht außer Zweifel, dass er mit Günter Blambergers Kleist-Biografie die "beste" Lebensbeschreibung des Dichters in diesem Jubiläumsjahr in Händen hält. Die Charakterisierung Kleists als unablässiger "Schmied von Lebensplänen" findet der Rezensent absolut überzeugend. Er hat seine helle Freude daran, wie der Autor mit so mancher Sicherheit oder Spekulation der Forschung kurzen Prozess macht. Als Erklärung für die geheimnisvolle Reise Kleists nach Würzburg, die in jüngerer Zeit allerlei Theorien von Phimose-Operation bis Spionage gezeitigt hat, schlägt Blamberger Lust am "Spiel mit der Geheimhaltung" vor, teilt Schneider mit. Auf diese Weise lässt der Autor so manches Forschungsergebnis fröhlich implodieren, freut sich der Rezensent. Bei der Werkanalyse, wie z. B. bei der Interpretation der "Hermannsschlacht" bietet sich Schneider so manche Pointe, und überhaupt preist er Blamberger als profunden Kenner der Primär- und Sekundärliteratur.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 18.06.2011

Bereits im letzten Jahrzehnt sind drei Kleist-Biografien erschienen, anlässlich des 200. Todestages des Dichters sind nun zwei weitere hinzugekommen - und man kann sie alle mit Gewinn lesen, meint Rezensent Roman Bucheli. Vorgefasste Ansichten über das rätselhafte Leben Heinrich von Kleists werden immer wieder am Stoff überprüft, gelegentlich auch revidiert oder widerrufen. Die Kleist-Biografie des Kölner Germanisten Günter Blamberger zeichne sich aber im Besonderen durch ihre Textexegese und die nachdrückliche Untersuchung der historischen Hintergründe aus, so der Kritiker: anhand von Kleists Aufsatz über "den sicheren Weg das Glück zu finden" beleuchte er beispielsweise den Versuch des Dichters in ein an bürgerlich-idealistischer Ethik orientiertes, freies Leben aufzubrechen, zugleich mache er aber auch auf dessen durch aristokratische Präexistenz und die Krisenzeit um 1800 bedingtes Schwanken zwischen den Lebensentwürfen aufmerksam. Der Rezensent lobt ausdrücklich Blambergers kritische Auseinandersetzung mit den Widersprüchen und biografischen Leerstellen im Leben Kleists.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 03.03.2011

Mit Spannung hat Mark-Georg Dehrmann zwei zum Jubiläumsjahr erscheinende Kleist-Biografien gelesen, die beide ihre ganz eigenen Vorzüge haben, wie er findet. Günter Blamberger beschreitet in seiner Lebensbeschreibung gern neue Wege und stellt sich in seinen Interpretationen eigentlich grundsätzlich auf ganz neue Positionen, konstatiert der Rezensent. Auch wenn er nicht alle Deutungsansätze zu Kleists Lebensstationen und zu seinem Werk völlig überzeugend findet und wenn er auch mitunter eine gewisse Pointenseligkeit in dieser Biografie spürt, so findet er insgesamt Blambergers Charakterisierung Kleists als am Leben experimentierender "Projektmacher" faszinierend. Dem Autor gelingt es, wie beispielsweise bei den bei Kleist-Lesern "berüchtigten" Briefen an seine Verlobte, mit seinen Deutungen zur Diskussion anzuregen und ein höchst "stringentes" Bild vom Verhältnis von Männern und Frauen des Adels dieser Zeit herauszuarbeiten, lobt Dehrmann.

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