Aus dem Italienischen von Viktoria von Schirach. Ein Junge, der seine kleine Insel vor Afrika verlässt, auf der Suche nach den Verheißungen der großen Stadt. Ein Tänzer, der durch London läuft - voller Unruhe, verletzlich, auf seltsam unwiderstehliche Weise wunderschön. Eine Schauspielerin, die Italien für ein heißes Land voller Kakteen, Gitarren und Revolutionen den Rücken kehrt. Zwischen Rom und der Toskana, Sardinien und London erzählt Soriga von Leidenschaft und Eifersucht, vom Sich-Verlieren und von der Lust des Sich-Wiederfindens.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 26.02.2011
Angetan zeigt sich Rezensent Franz Haas von diesen Erzählband Flavio Sorigas, der vom Weggehen aus Sardinien handelt und vom bisweilen enttäuschenden Heimkommen. Die Geschichten - besonders schätzt er die Erzählung "April", für ihn die beste des Bandes - klingen für ihn wie ein "minimalistisch klagender Blues über die Liebe und andere Nöte". In diesem Zusammenhang lobt er auch Viktoria von Schirachs hervorragende Übersetzung. Der Tonfall der Erzählungen scheint ihm eher zurückgenommen, ja still. Nur in der scheinbar in einer süd- oder mittelamerikanische Bananenrepublik angesiedelten Erzählung "El Presidente" geht es etwas lauter zu. Haas liest sie als "Spiegelbild" des heutigen Berlusconi-Italiens und bescheinigt ihr "fulminante und aktuelle Zweideutigkeit".
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