Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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- Der 11.September: Eine Presseschau
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Klappentext
Aus dem Italienischen von Andreas Löhrer. Es ist die Zeit zwischen den Kriegen im Dorf Barbagia, im Herzen Sardiniens, wo Blutrache herrscht und Teufelsaustreibungen praktiziert werden. Mintonia ist noch ein halbes Kind, als sie sich in den jungen Schafhirten Micheddu verliebt. Eine Liebe, die sich über alle Hindernisse hinwegsetzt: den Widerstand der Eltern, Micheddus uneheliches Kind und seine Flucht vor der faschistischen Obrigkeit. Als der Geliebte von einem Brigadier bestialisch ermordet wird, schmiedet die barfüßige Witwe als Liebesbeweis einen grausamen Racheplan.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 28.05.2011
Dieser Roman des erst spät gewürdigten italienischen Autors Salvatore Niffoi hat Rezensent Franz Haas das Fürchten gelehrt, denn die Lebensbeichte, welche die "barfüßige Witwe" ihrer Nichte im Jahre 1985 nach Sardinien sendet, hat es in sich: einst in der Barbagia, der legendären sardischen Gegend der Viehhirten und Banditen lebend, musste Mintonia, die Protagonistin, im Jahre 1938 nach Argentinien fliehen, nachdem sie den Tod ihres "mit Axthieben wie ein Schwein zerlegten" Mannes gerächt hatte. Wie es dazu kam, erfährt der Rezensent nach und nach: mit eindringlichen Worten und in "drastischen" Bildern schildert Niffoi den Leidensweg dieser einfachen Frau, die in der Kindheit vom Dorfpfarrer missbraucht, ihre große Liebe, den rebellischen Micheddu trifft. Dieser muss aber bald nicht nur für seine Auflehnung gegen den Faschismus büßen, sondern auch dafür, dass er nicht nur die eigene Frau schwängert, sondern auch die des Carabiniere. Der Rezensent lobt ausdrücklich die Entscheidung des Übersetzers, die sardischen Passagen im Original zu belassen (und in Nebensätzen zu erklären), so vermittele sich die volkstümliche Wucht der Sprache und die "archaische Atmosphäre" dieses Banditenthrillers.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 28.04.2011
Cathrin Kahlweit hat bei Salvatore Niffois Roman "Die barfüßige Witwe" gleich doppelt gelitten: Einmal unter der durchgehenden Schwärze des Erzählten, in dem Grausamkeit, Elend und Bösartigkeit dominieren, zum anderen an der zwischen Schwulst, Pathos und überbordender Metaphorik changierenden Erzählweise. Der sardische Autor entfaltet seine Geschichte um die arme Mintonia, die in der Zwischenkriegszeit des letzten Jahrhunderts ihren ermordeten Mann grausam rächt, in aller Drastik und sein Sardinien hat nichts mit dem beliebten Touristenparadies zu tun, stellt die Rezensentin fest. Alles in allem sind es ihr aber zuviel "Lokalkolorit", zu viele handelnde Personen und vor allem eine allzu deftige Sprache, die für sie diesen Roman schwer verdaulich machen.
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