Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Salvatore Niffoi

Die barfüßige Witwe

Roman

Cover: Die barfüßige Witwe

Zsolnay Verlag, Wien 2011
ISBN-10 3552055320
ISBN-13 9783552055322
Gebunden, 200 Seiten, 18,90 EUR

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Klappentext

Aus dem Italienischen von Andreas Löhrer. Es ist die Zeit zwischen den Kriegen im Dorf Barbagia, im Herzen Sardiniens, wo Blutrache herrscht und Teufelsaustreibungen praktiziert werden. Mintonia ist noch ein halbes Kind, als sie sich in den jungen Schafhirten Micheddu verliebt. Eine Liebe, die sich über alle Hindernisse hinwegsetzt: den Widerstand der Eltern, Micheddus uneheliches Kind und seine Flucht vor der faschistischen Obrigkeit. Als der Geliebte von einem Brigadier bestialisch ermordet wird, schmiedet die barfüßige Witwe als Liebesbeweis einen grausamen Racheplan.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 28.05.2011

Dieser Roman des erst spät gewürdigten italienischen Autors Salvatore Niffoi hat Rezensent Franz Haas das Fürchten gelehrt, denn die Lebensbeichte, welche die "barfüßige Witwe" ihrer Nichte im Jahre 1985 nach Sardinien sendet, hat es in sich: einst in der Barbagia, der legendären sardischen Gegend der Viehhirten und Banditen lebend, musste Mintonia, die Protagonistin, im Jahre 1938 nach Argentinien fliehen, nachdem sie den Tod ihres "mit Axthieben wie ein Schwein zerlegten" Mannes gerächt hatte. Wie es dazu kam, erfährt der Rezensent nach und nach: mit eindringlichen Worten und in "drastischen" Bildern schildert Niffoi den Leidensweg dieser einfachen Frau, die in der Kindheit vom Dorfpfarrer missbraucht, ihre große Liebe, den rebellischen Micheddu trifft. Dieser muss aber bald nicht nur für seine Auflehnung gegen den Faschismus büßen, sondern auch dafür, dass er nicht nur die eigene Frau schwängert, sondern auch die des Carabiniere. Der Rezensent lobt ausdrücklich die Entscheidung des Übersetzers, die sardischen Passagen im Original zu belassen (und in Nebensätzen zu erklären), so vermittele sich die volkstümliche Wucht der Sprache und die "archaische Atmosphäre" dieses Banditenthrillers.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 28.04.2011

Cathrin Kahlweit hat bei Salvatore Niffois Roman "Die barfüßige Witwe" gleich doppelt gelitten: Einmal unter der durchgehenden Schwärze des Erzählten, in dem Grausamkeit, Elend und Bösartigkeit dominieren, zum anderen an der zwischen Schwulst, Pathos und überbordender Metaphorik changierenden Erzählweise. Der sardische Autor entfaltet seine Geschichte um die arme Mintonia, die in der Zwischenkriegszeit des letzten Jahrhunderts ihren ermordeten Mann grausam rächt, in aller Drastik und sein Sardinien hat nichts mit dem beliebten Touristenparadies zu tun, stellt die Rezensentin fest. Alles in allem sind es ihr aber zuviel "Lokalkolorit", zu viele handelnde Personen und vor allem eine allzu deftige Sprache, die für sie diesen Roman schwer verdaulich machen.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren