Gloria Vanderbilt

Damals schien all das wichtig zu sein

Die Männer meines Lebens
Cover: Damals schien all das wichtig zu sein
Schirmer und Mosel Verlag, München 2010
ISBN 9783829605168
Gebunden, 200 Seiten, 17,80 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Andrea Stumpf. Der Vater stirbt an Alkoholvergiftung, als Gloria 15 Monate alt ist, und vererbt ihr das millionenschwere Familienvermögen. Nach einem spektakulären Sorgerechtsprozess wächst sie bei der strengen Tante, Gründerin des Whitney-Museums, in New York auf, da die Mutter ein lesbisches Verhältnis mit einem Mitglied der englischen Royals hat. Mit siebzehn fliegt sie nach Hollywood, lässt sich von Filmproduzent und Flugpionier Howard Hughes die Welt zeigen, heiratet erst einen gewalttätigen Hollywood- Agenten und dann den 42 Jahre älteren Stardirigenten Leopold Stokowski, beginnt ihre Karriere als Malerin. Freundet sich mit Truman Capote an, der auf dem Klo eine ausgehöhlte Bibel liegen hat, in der ein Päckchen Kokain steckt, Gloria als Holly Golightly in Breakfast at Tiffany s verewigt und sie dem CBS-Präsidenten Bill Paley als Gespielin schickt. Verbringt eine Nacht mit Marlon Brando, der ein großes Bild von sich überm Bett hängen hat, hat eine Affäre mit Frank Sinatra, der ihr Liebesgedichte auf Papierservietten schreibt. Wird Schauspielerin, heiratet Filmregisseur Sidney Lumet, gibt legendäre Partys, auf denen Marilyn Monroe in Schlabberpulli und mit Vaseline auf den Augen erscheint, heiratet den Schriftsteller Wyatt Cooper, der viel zu jung stirbt, bekommt nochmal zwei Söhne und gründet ihr eigenes Jeanslabel.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.12.2010

Ingeborg Harms hat die Autobiografie von Gloria Vanderbilt und ihre Biografie von Wendy Goodman gelesen und damit mehr Verständnis für die Offenherzigkeit und enorme Medienpräsenz der prominenten Amerikanerin gewonnen. Warum man überhaupt Gloria Vanderbilts Enthüllungen über ihr Privatleben in illustrer Gesellschaft von Howard Hughes bis Truman Capote lesen kann, weiß die Rezensentin nach der Lektüre auch. Nicht nur wurde die Millionenerbin von ihrem Analytiker und einem Anwalt um große Teile ihres Vermögens gebracht, sie hat also die Bucheinnahmen nötig, mutmaßt Harms. Außerdem spürt sie hinter den ganzen Indiskretionen vermischt mit Zen-Kitsch und Klatschgeschichten aus der High Society die Verzweiflung des ins Rampenlicht gezerrten Kindes heraus, was in der Rezensentin ganz offensichtlich mitfühlende Sympathie erregt.

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