Herausgegeben von Reinhard Mehring. Der Briefwechsel zwischen Rudolf Smend (1882-1975) und Carl Schmitt (1888-1985) ist ein zentrales Dokument der Geschichte des öffentlichen Rechts. Beide waren wichtige Autoren im "Richtungsstreit" der Weimarer Staatsrechtslehre. Im bunten Strauß publizierter Korrespondenzen Carl Schmitts ist er der längste und wichtigste Juristenbriefwechsel mit einem wenig älteren, kongenialen Kollegen. Niemanden achtete Schmitt fachlich so wie Smend. Von Smend wurden bisher noch keinerlei Korrespondenzen publiziert. Erstmals wird er deshalb hier als Person sichtbar.
Als mustergültig lobt Michael Stolleis diese Edition des Briefwechsels von Carl Schmitt und dem Staats- und Kirchenrechtler Rudolf Smend. Alle "irgend schwierigen Zitate" oder "Insider-Chiffren" würden erklärt, ein reicher Anhang präsentiere Materialien, auch Fotos. Der Herausgeber ist Stolleis zufolge auch Verfasser einer "akribischen" Schmitt-Biografie. Die Korrespondenz beginne 1921, wobei Schmitt dem Älteren gegenüber zunächst den "verehrenden Part" spiele, wie der Kritiker schreibt. Der Ton sei vertraulich deftig, Schmitt lasse seiner Demokratiefeindlichkeit oft ebenso freien Lauf, wie seinem Antisemitismus. Zunächst sind sich Smend und Schmitt scheinbar nahe, schreibt Stolleis, der jedoch spürt, wie Schmitt dem Kirchengelehrten zunehmend unheimlich zu werden scheint. Ab 1933 spreche Smend dann von "Ihrer NSDAP", halte sich fern und gebe zu erkennen, dass er Schmitts Position für verfehlt halte. Nach 1945 habe sich Smend zunächst für Schmitt eingesetzt. Zum Bruch sei es 1960 gekommen, als Smend sich öffentlich von Schmitt distanzieren musste.
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