Amin Maalouf

Die Auflösungen der Weltordnungen

Cover: Die Auflösungen der Weltordnungen
Suhrkamp Verlag, Berlin 2010
ISBN 9783518421628
Gebunden, 249 Seiten, 24,80 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Andrea Spingler. Der Romancier und Essayist Amin Maalouf, geboren im Libanon und seit vielen Jahren in Frankreich ansässig, ein "Wanderer zwischen den Welten", beschreibt, anschließend an seinen vor zehn Jahren erschienenen Essay "Mörderische Identitäten", die krisenhafte "Entregelung" in ethischer und intellektueller, geopolitischer, ökonomischer und "klimatischer" Hinsicht , von der der Westen ebenso wie der Nahe Osten aus unterschiedlichen Gründen betroffen sind. Wo es für Autoren wie Samuel P. Huntington, aber auch Stefan Weidner um einen "Kampf der Kulturen" geht, diagnostiziert Maalouf einen Zustand der Erschöpfung, in den die beiden Kulturen verfallen seien aus dem nur eine Besinnung auf die eigenen Werte (dessen, was beide unterscheidet) sowie die Zukunft (die nur eine gemeinsame sein kann) hinausführen werde.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.10.2010

Getreulich referiert Julia Lauer Amin Maaloufs Essay über die Chancen einer friedlichen Weltgesellschaft. Der aus dem Libanon stammende und in Frankreich lebende Autor skizziert darin keine Vorschläge, wie eine von ihm favorisierte und auch für möglich gehaltene Weltgesellschaft zu erreichen sei, sondern zeichnet darin ein "Ideal", stellt die Rezensentin klar. Maalouf trete für kulturelle Vielfalt ein, die sich auf grundsätzliche Menschenrechte verständige, aber dennoch Toleranz gegenüber Unterschieden übe. Lauer sieht sich zwar in der hier zu lesenden Gegenwartsbeschreibung an Samuel Huntingtons "Kampf der Kulturen" erinnert, macht aber als grundsätzlichen Unterschied aus, dass der Autor der Religion viel weniger Gewicht beimisst, wenn er an eine friedliche Menschheit der Zukunft denkt. Wenn er auf Atatürk und Nasser hinweist, die ihre in der arabischen Welt als "legitim" anerkannte Führung nicht auf religiöse Grundlagen aufbauten, gibt Lauer immerhin zu bedenken, dass beide nicht "demokratisch, sondern autoritär" agiert hätten. Insgesamt aber enthält sie sich der Wertungen gegenüber dieser Utopie einer Weltgesellschaft und weist zum Schluss noch darauf hin, dass Maalouf morgen den Prinz-von-Asturien-Preis erhalten wird.

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