Marquis de Condorcet

Freiheit, Revolution, Verfassung

Kleine politische Schriften
Cover: Freiheit, Revolution, Verfassung
Akademie Verlag, Berlin 2010
ISBN 9783050044613
Gebunden, 276 Seiten, 69,80 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Daniel Schulz. Während Condorcets Schriften bislang nur unter dem Gesichtspunkt der Geschichtsphilosophie und mathematischen Entscheidungstheorie rezipiert wurden, präsentiert dieser Band Condorcet als einen zentralen politischen Ordnungsdenker der Französischen Revolution, als einen liberal-republikanischen Autor. Die in der Edition versammelten Quellentexte zeigen, dass er die menschenrechtlichen und demokratischen Leitideen am Ende des 18. Jh.s nachdrücklich artikulierte. Condorcets zentrales Anliegen besteht in der Suche nach einer institutionellen Form demokratischer Ordnung, die ein hohes Maß an bürgerschaftlicher Partizipation mit den liberalen Forderungen individueller Rechte verbindet. Die Schriften zur Emanzipation von Sklaven, zum Bürgerrecht für Frauen, zum Begriff der Revolution sowie sein demokratischer Verfassungsentwurf von 1793 belegen seinen theoretisch komplexen und innovativen Versuch, Antworten auf die Herausforderungen demokratischer Legitimität zu finden.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 24.08.2010

Für Dieter Thomä ist es höchst erfreulich, dass nun mit diesem Band kleine Schriften des Mathematikers, Politiker und Philosophen Marquis de Condorcet zum überwiegenden Teil erstmalig auf Deutsch vorliegen. Condorcet war ein Protagonist der Französischen Revolution und engagierte sich mit seiner Frau Sophie für das Frauenwahlrecht und für die Abschaffung der Sklaverei, wie uns der Rezensent wissen lässt. Für Thomä stellt dieses Buch eine schöne "Einladung" zur Entdeckung von Condorcets Werken dar, zumal er insbesondere dessen Reflexionen zu "Geschäftsleuten" und zum Kreditwesen gerade für die heutige Zeit bedenkenswert findet. Von der Einleitung von Daniel Schulz allerdings ist er enttäuscht. Wenn er sie alles in allem auch verhalten als "ordentlich" lobt, findet er, dass sie mitunter allenfalls "brave Inhaltsangabe" ist, eine unvollständige Bibliografie der deutschen Übersetzungen der Condorcet-Werke bietet und auch sonst einiges vermissen lässt. Richtiggehend "peinlich" aber ist in seinen Augen, dass ausgerechnet in den Ausführungen zu Condorcets feministischem Engagement seine Frau, die hier großen Einfluss hatte, so gut wie gar nicht erwähnt wird.

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