Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Bernard Manin

Kritik der repräsentativen Demokratie

Cover: Kritik der repräsentativen Demokratie

Matthes und Seitz Berlin, Berlin 2007
ISBN-10 3882210222
ISBN-13 9783882210224
Gebunden, 350 Seiten, 34,90 EUR

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Klappentext

Aus dem Englischen von Tatjana Petzer. Was wir heute unter "Demokratie" verstehen, hat Ursprünge in einem institutionellen System, deren Errichtung zwar die Folge der Revolutionen in England, Amerika und Frankreich ist, aber ursprünglich keineswegs als "Regierung des Volkes" wahrgenommen wurde. Bernard Manin weist eine erstaunliche Konstante in der Geschichte neuzeitlicher politischer Systeme nach: die bewusste Entscheidung für Regierungsformen, die man als "aristokratische" bezeichnen kann und gegen Formen der Demokratie, wie sie im antiken Griechenland oder im Italien der Renaissance üblich waren.
Die entscheidenden Denker der französischen und der amerikanischen Verfassung, Sieyes und Madison, sahen im repräsentativen Regierungssystem keine Form der Demokratie. Für sie verkörperte es vielmehr eine Regierungsform, die sich von dieser wesentlich unterschied und zudem von ihnen bevorzugt wurde.
Bernard Manin hinterfragt in diesem grundlegenden Werk politische Selbstverständlichkeiten und Selbstverständnisse nach ihrer historischen Haltbarkeit. Es gelingt ihm, durch Analysen von Wahlsystemen und konzisen Begriffsgenealogien unsere "demokratischen" Regierungsformen neu zu denken und zu überdenken. So schafft er die Möglichkeit, verkrustete und womöglich überholte Strukturen zu erkennen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.03.2007

Faszinierend findet Johan Schloemann diese Studie Bernard Manins über die repräsentative Demokratie, eröffnet sie für ihn doch einen ungewohnten Blick auf diese Staatsform. Der These des Autors, die neuzeitliche, repräsentative Demokratie sei im Grunde keine Demokratie, kann er einiges abgewinnen. Deutlich wird für Schloemann jedenfalls, dass unser Repräsentationssystem eigentlich eine Mischverfassung ist, die zwar demokratische Elemente enthält, deren Grundprinzip aber nicht demokratisch ist. So galt die Wahl von Abgeordneten ursprünglich als aristokratisch und nur das Losverfahren zur Bestimmung der Abgeordneten nach dem Muster der klassischen Demokratie Athens als demokratisch. Schloemann bescheinigt dem Autor, dies anhand kluger politik- und ideengeschichtlicher Analysen bedeutender Staatsdenker überzeugend vor Augen zu führen.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren