Peter Singer

Leben retten

Wie sich Armut abschaffen lässt - und warum wir es nicht tun
Cover: Leben retten
Arche Verlag, Zürich - Hamburg 2010
ISBN 9783716026298
Kartoniert, 267 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Olaf Kanter. Täglich sterben 27000 Kinder unter fünf Jahren, weil sie in Armut leben. Dieses Buch zeigt auf, wie Sie mindestens einem dieser Kinder das Leben retten könnten - und es erklärt Ihnen, warum Sie es nicht tun. Peter Singer rechnet vor, wie wir die Armut abschaffen könnten, indem jeder Einzelne, der nicht in Armut lebt, einen kaum spürbaren Teil seines Besitzes abgibt. Und er geht nüchtern der Frage nach, warum es uns so unendlich schwerfällt, diesen kleinen, aber alles verändernden Schritt zu machen. Ein Experiment: Einer Gruppe (A) wird in Aussicht gestellt, dass sie mit einer Spende einem Kind das Leben könnte. Einer zweiten Gruppe (B) wird ebenfalls in Aussicht gestellt, mit einer Spende Leben retten zu können - und zwar nicht nur von einem, sondern von acht Kindern. Ergebnis: Gruppe B spendet deutlich weniger als Gruppe A.
Anhand dieses und vieler weiterer Experimente zeigt Peter Singer auf, welche psychologischen Faktoren uns davon abhalten, trotz rationaler Einsicht tatkräftig zur Lösung eines der größten Probleme der Menschheit beizutragen. Am Ende steht dabei weder eine Anklage noch eine moralische Entlastung - sondern ein konkreter Sieben-Punkte-Plan, mit dem die Armut auf der Welt abgeschafft werden kann.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.05.2010

Gute Idee, den Reichen zu nehmen, um den Armen zu geben, findet Michael Pawlik. Nur was die Begründung des australischen Moralphilosophen Peter Singer angeht, kann Pawlik nicht folgen. Die gemeinsame Gattungszugehörigkeit reicht dem Rezensenten als Grund offenbar nicht aus, um einen Imperativ der existenziellen Not zu etablieren. Zumal der Autor Derartiges an anderer Stelle selbst schon als "Speziesismus" kritisiert hat, wie Pawlik weiß. Latent freiheitsfeindlich nennt er Singers hier formulierten Ansatz und empfiehlt stattdessen ein "System abgestufter Verantwortlichkeiten". So kann er weiter bedenkenlos viel Geld fürs Konzert ausgeben, während anderswo Kinder an Hunger oder mangelnder ärztlicher Versorgung sterben.
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