Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Linus Cord gilt als "aufstrebender Kritiker", sein Ehrgeiz ist es jedoch, ein "beträchtlicher Essayist" zu werden. Der Aufsatz, an dem er jetzt, im Frühjahr 1961, schreibt, soll ihm die erhoffte Anerkennung bringen. Eines Vormittags steht einer der auffällig unauffälligen Herren mit der Klappkarte vor seiner Tür. Ohne Umschweife erkundigt er sich, ob Cord noch die Nummer seiner Wehrmachts-Erkennungsmarke wisse. Da Cord verneint, fragt er, ob er bereit wäre, sich bei der Westberliner Auskunftsstelle danach zu erkundigen. Cord lehnt gewunden - immerhin ist er überzeugter Genosse -, aber deutlich ab. Als der ungebetene Besucher gegangen ist, ist Cord mit sich im Reinen. Noch ahnt er nicht, welches Szenarium für ihn vorgesehen ist. Was er von nun an auch tut, es wird ihn hineinziehen in die alltägliche Absurdität eines Macht- und Ränkespiels und zerstören.
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 10.07.2010
Den Eindruck eines Mannes, der über seine Vergangenheit nicht sprechen will, das "aber mit möglichst vielen Worten", hat Hermann Kant in seinem neuen Roman auf Thomas Winkler gemacht. Dessen Geschichte spielt Winkler zufolge wenige Monate vor dem Mauerbau und handelt von einem Literaturkritiker und der allgegenwärtigen Bespitzelung durch die Stasi, für die Kant einst selbst aktiv geworden ist. Das und auch die Seitenhiebe auf Günter Grass und dessen SS-Mitgliedschaft (der im wirklichen Leben Kant für einen auf ihn angesetzten Spitzel hielt, was Kant wiederum bestritt, wie Winkler schreibt) gibt dem Roman aus Sicht des Kritikers eine schlüpfrige, ja pikante Note. Spannender hätte Winkler gefunden, einmal von einem Insider zu erfahren, wie der Sozialismus durch seine "Späher des Friedens" behütet wurde. Stattdessen erzähle Kant seinen Lesern Märchen, strickt dieser Autor den Eindruck seines Kritikers zufolge unziemlich auch an einer dekonstruierenden Ironie, die am Ende auf Winkler lediglich wie das rostige Schutzschild eines Schriftstellers wirkt, der seine Verbitterung nicht eingestehen will.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.04.2010
Etwas langatmig stellt uns Sabine Brandt den neuen Roman von Herman Kant vor. Und langweilig hat sie das Buch selbst gefunden. Den Rat der Rezensentin, den Text zu kürzen, könnten wir eigentlich auch Brandt geben. Um die eigene Enttäuschung über einen verlockenden Stasi-Insiderbericht, der sich als rätselhaftes Märchen mit ganz unmärchenhaften, dafür wortreich, redundant vorgetragenen Deutungen, aber ohne neue Er- noch Bekenntnisse entpuppt, zu beschreiben, braucht es so viele Worte schließlich nicht.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.04.2010
Darüber, dass die Stasi im neuen Roman von Hermann Kant nicht schlecht weg kommt, ist Helmut Böttiger nicht erstaunt. Wie reibungslos die Ironiewalze hier funktioniert und als "Herrschaftstechnik" breit über alles hinwegwalzt, findet er aber schon ein bisschen unheimlich. Etwas zu lustig, bei aller stilistischen Fertigkeit des Autors, trotz des liebevoll gestalteten Stasi-Personals, erscheint dem Rezensenten das Sujet gewendet vom wendigen Autor. Dass sogar Erotik Platz findet in der Geschichte vom bespitzelten Kritiker Linus Cord (-hose!), macht Böttiger zwar staunen. Es scheint jedoch, als gingen ihm Kants Wortspielereien in dieser zu allem Überfluss als Literatur-Literatur sich entpuppenden Story ganz schön auf die Nerven.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 18.03.2010
Wer wenig weiß über die DDR, dem prophezeit Insa Wilske Verständnisschwierigkeiten bei der Lektüre von Hermann Kants neuem Roman, der ihren Informationen zufolge in die Frühzeit dieses Staats zurückführt. Um die Geschichte eines Literaturkritikers, bei dem eines Tages ein Stasimann klingelt, herum habe der "umstrittene frühere Präsident des DDR-Schriftstellerverbandes" eine Groteske entworfen, in der er Psychothriller, Teufelspaktsgeschichte und Literaturbetriebsgroteske sampeln würde. Doch so recht kann das Ergebnis die Kritikerin nicht überzeugen: zu blass der Held, zu ausgedacht der Plot, und auch die Rolle des Erzählers als Conferencier wirkt eher hilflos als witzig auf sie. Diverse "laut geflüsterte" Anspielungen auf Komplexe von Brecht bis Makarenko, Inspektor Clouzot und Stefan Hermlin jedoch machen die Lektüre der Einschätzung der Kritikerin zufolge zumindest für zwei Gruppen lohnend: für die der Mitwisser und der Fährtenleser.
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Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








