Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
"Übrigens hat Papa mich letztens angerufen", sagte Georg mit einem kleinen Lachen. "Er hat gefragt, ob ich das Elterngeld überhaupt noch bräuchte oder ob ich inzwischen anderweitig ein gesichertes Einkommen hätte." "Und, was hast du gesagt?", fragte ich. Georg antwortete nicht. "Das fand ich nett, wie er das gesagt hat", sagte er nur. "Anderweitig ein gesichertes Einkommen." Nichts ist gesichert in diesen Geschichten, die Hanna Lemke in "Gesichertes" versammelt hat, die Liebe nicht und schon gar nicht das Einkommen. Die jungen Frauen und Männer ziehen durch die Clubs und Kneipen der Städte genauso wie durch ihre Wohngemeinschaften und Jobs. Zu jung, um etabliert, zu alt, um sorglos zu sein, lassen sie sich treiben durch eine Welt voll verbrauchter Gesten und beobachten dabei mit verstörender Empfindsamkeit sich selbst und die anderen. Alles, was Georg besitzt, passt in eine Reisetasche, und wenn ihm langweilig wird, zieht er wieder aus. Doch solange er da ist, ist es schön.
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 24.04.2010
Ein leises, gut zu lesendes Buch, schreibt Laura Ewert über diesen Erzählungsband, den sie letztlich aber doch eher als Ärgernis empfand, da seine Befunde für ihren Geschmack mit der Zeit auf der Stelle treten. Zwar schaffen es die achtzehn Erzählungen der 1981 geborenen Autorin, zunächst, "Bilder zu zeichnen, kurze Handlungen zu skizzieren, die in sich funktionieren." Auch bescheinigt die Kritikerin der Autorin "ein Auge für Kleinigkeiten". Mit jeder Geschichte male Hanna Lemke am Bild einer entscheidungsschwachen und müden Identitätssuchen geprägten Generation ohne Aussicht auf Rebellion. Allerdings hätte sich die Autorin aus Sicht der Kritikerin unbedingt genauer in der von ihr beschriebenen Sackgasse umschauen müssen. "Man kennt all die hier hübsch arrangierten Situationen", schreibt sie schließlich genervt, die diese "öffentlich-rechtliche Bravheit" von der Literatur "doch eigentlich durchbrochen" sehen möchte.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.04.2010
Mit Lob überschüttet Nicole Henneberg dieses literarische Debüt von Hanna Lemke und findet in ihren Kurzgeschichten ein ebenso genaues Porträt ihrer Generation, wie es Judith Hermann vor zwölf Jahren gelungen ist. Beim Versuch, das Besondere dieser Prosa zu fassen, gerät die Rezensentin ins Schwärmen: Schon die Eröffnungssätze der Geschichten, in denen die Autorin die existentielle Verunsicherung ihrer Protagonisten in scheinbar beiläufigen Erlebnissen illustriert, demonstrieren eine "Meisterschaft", die die Rezensentin staunen lassen. Sie bescheinigt Lemke eine raffinierte Erzähltechnik, die trotz weitgehender Aussparung von psychologischem und atmosphärischem Beiwerk und größtmöglicher Knappheit dennoch höchst lebendige und plastische Szenen zu schaffen vermag. Nichts weniger als eine "neue Autorengeneration" sieht die begeisterte Rezensentin in der 1981 geborenen Autorin, die am Leipziger Literaturinstitut studiert hat, und sie attestiert diesen Geschichten einen langen Widerhall bei ihren Lesern.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.03.2010
Stories, wie er sie mag, findet Peter Henning in diesem Band der Leipziger Literaturinstitutsabsolventin Hanna Lemke. Jede Menge Sehnsüchte und Abgründe vereinen die Figuren laut Henning auf sich, sensibel und präzise und in einer lakonischen Sprache fange die Debütantin die psychischen Veränderungen ihres Personals, Twens allesamt, ein, schreibt er erfreut. Über zerplatzte Träume und die Brüchigkeit von Beziehungen kann Henning hier einiges lernen und sogar über die "Schönheit und Tragik unserer Existenz".
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