Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Eine Art monologisches Sprechen hebt an, es ist die Stimme des Autors, die zu hören ist. Es ist die am Mikrofon stattfindende Wiederbegegnung bzw. Selbstkonfrontation mit dem eigenen, Monate zuvor entstandenen und mittlerweile in Buchform vorliegenden Text, der seinen Anfang nimmt in der Beschreibung eines initiatorischen Moments, und zwar exakt des Moments, der von der Empfindung und Denkbewegung zur Schreibaktion führt. "In einer Aufwallung von Direktheit und quasi sinnfreier Intentionalität hatte der Höllor, die Arme von sich werfend himmelwärts, ausgerufen: LOSLABERN: Traktat, Traktat über den Tod, über Wahn, Sex und Text, und, erheitert von diesem soeben durch ihn hindurchgefahrenen Expressivitätsereignis: Bericht!, der Herbst 2008!, dem davon Angestoßenen sofort stattgegeben und es geschehen lassen, dass da also LOSGELABERT würde, und...
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 15.04.2010
Bezwingend findet Alexander Cammann das Hörbuch, das Rainald Goetz aus seinem kultur- und gesellschaftskritischen Band "loslabern" gemacht hat - Goetz, den der Kritker als "Harry Graf Kessler unsere Epoche" in den literarischen Adelsstand erhebt. Denn mehr noch als in der Buchfassung vermag Goetz dem Kritiker in seiner Lesung "seinen Betrachtungen die Aura einer historischen Überlieferung" zu verleihen. Höhepunkt ist für Cammann eine 45-minütige Schilderung des Herbstempfanges der FAZ 2008 im Berliner Hotel de Rome, die er als riesige "Machtergreifungsorgie" des "ungeheuerlichen Sozialmonsters" schildere. Für Cammann ersetzt in diesem Stück Goetz' Blicke auf Rituale und Eitelkeiten der Macht jede Elitensoziologie.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.03.2010
Großes Vergnügen hat Tobias Lehmkuhl diese von Rainald Goetz selbst gelesene Hörbuchfassung seines Textes "Loslabern" bereitet. Fühlte er sich beim Selberlesen noch an den großen Beschimpfer Thomas Bernhard erinnert, tritt beim Anhören der vorliegenden CD der Unterschied zwischen beiden Autoren deutlich zutage: während er Bernhard mit einer Kettensäge vergleicht, ähnelt Goetz seines Erachtens einem "Sushi-Messer, das mit chirurgischer Präzision noch viel radikaler alles und jeden bis zur Selbstentleibung niedermetzelt". Besonders beeindruckt hat ihn, wie Goetz mir nichts dir nichts den FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher als "arme Witzfigur" zeigt, wobei er hinzufügt, dass sich der "Vernichtungswille" des Autors sogleich auch gegen ihn selbst wende. Und Hans Magnus Enzensberger, Gorbatschow und Joschka Fischer kämen noch schlechter weg. Manches wird nach Ansicht Lehmkuhls nur der Insider verstehen, aber auch der Außenstehende wird von Goetz' Vortrag gebannt sein.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 12.03.2010
Die vom Autor gelesene Hörfassung von "loslabern" hat Julian Weber genossen. Der Text, verspricht er, gewinnt andere räumliche Zugänge, wenn Rainald Goetz ihn frei von Musik oder Klangeffekten mit bayerischem Idiom sonor selbst spricht. Weber konstatiert eine Versachlichung, ein ruhiges Sprechen, auch wenn der Text wilder wird, was zu Goetz' Verständnis des Sprechakts als einer moralischen Handlung passt. Allerdings entgeht ihm auch nicht, wie das Text-Ich eine Erzählperspektive ins Dokumentarische einzieht, wie der Text "formales Eigenleben" gewinnt, zur Fiktion wird.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Petur Gunnarsson: punkt punkt komma strich
Aus dem Isländischen von Benedikt Grabinski. Eine isländische Kindheitsgeschichte, die am Ende des Zweiten ...
Moti Kfir, Ram Oren: Sylvia Rafael
Als bei den Olympischen Spielen in München im September 1972 elf israelische Sportler von einer palästinensischen ...
Archiv: Bücherschauen
Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen







