Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Timothy W. Ryback

Hitlers Bücher

Seine Bibliothek - sein Denken

Cover: Hitlers Bücher

Fackelträger Verlag, Köln 2009
ISBN-10 3771644372
ISBN-13 9783771644376
Gebunden, 245 Seiten, 22,95 EUR

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Klappentext

Adolf Hitlers Bibliothek umfasste 16 000 Bücher. Einen Teil davon brachten amerikanische Soldaten nach Kriegsende in Postsäcken nach Washington, wo sie bis heute in der Library of Congress lagern und in Vergessenheit zu geraten drohen. Die Bücher seiner privaten Bibliothek prägten den Autodidakten Hitler und beeinflussten maßgeblich sein verbrecherisches Denken und Handeln. In vielen hob er Passagen hervor und versah sie mit Kommentaren und Unterstreichungen. Widmungen bekannter Autoren wie Ernst Jünger oder auch die Verfasserin eines vegetarischen Kochbuchs zeugen von Ehrerbietungen, Freundschaften und Gefälligkeiten. Timothy W. Ryback hat diese Spuren Hitlers erstmalig ausgewertet und den Weg der Schlüsselbegriffe und Ideen nachgezeichnet, aus denen der Diktator sein nationalsozialistisches wie menschenfeindliches Weltbild schuf.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 18.03.2010

16.000 Bände soll Hitlers Bibliothek einmal umfasst haben. 1.200 Bände überlebten laut Volker Ullrich, der Rybacks Studie mit Interesse und Wohlwollen gelesen hat. Sie liegen heute in der Library of Congress, wo Ryback sie nach verschiedenen Kriterien untersuchte. Besonders interessierte ihn nach Ullrichs Bericht, nicht nur was, sondern wie Hitler las: Er machte zahlreiche Unterstreichungen und bekräftigte ihm wichtige Aussagen mit Ausrufezeichen. Fragezeichen fehlen dagegen. Für Ullrich ein Beleg, dass Hitler in den Büchern nach Bestätigung seines Weltbildes suchte. Auch untertänigste Widmungen von geschenkten Büchern (etwa von Leni Riefenstahl) hat Ryback zusammengetragen, und schließlich lernte Ullrich aus Rybacks Band, dass Hitler den amerikanischen Antisemiten Madison Grant intensiver studierte als bisher bekannt war. Insgesamt freut sich Ullrich, dass Ryback zahlreiche neue Facetten zum historischen Hitler-Bild zusammengetragen hat.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.03.2010

Der hier rezensierende Historiker Hans Mommsen hat sich interessiert mit Timothy W. Rybacks Studie zu Hitlers Bibliothek und der Frage, inwieweit sich dessen Lektüren auf sein Weltbild und seine politischen Entscheidungen ausgewirkt haben, gelesen. Wiederholt lobt der Rezensent die akribischen Recherchen und die genauen Ausführungen des Autors. So entsteht nicht nur ein anschauliches Bild von der am Ende auf 16.3000 Bände angewachsenen Bibliothek Hitlers, Ryback untersucht auch schlüssig, welche Bücher Hitler wirklich gelesen hat und welche ihn nachhaltig beeinflusst haben, so Mommsen lobend. Überzeugend findet er Rybacks Einschätzung, Hitler sei ein "Mann der Halbbildung" gewesen und habe einen Hang zu esoterischen Schriften gehabt. Und so kann der Rezensent am Ende feststellen, dass das vorliegende Buch zwar keine gänzlich neuen Erkenntnisse über die Person Hitler bietet, dafür dessen Bild aber um viele unbekannte Details präzisiert. Die Nüchternheit und Distanz, die der Autor dabei an den Tag legt, sagen Mommsen hier besonders zu.

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