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Klappentext
Joseph Goebbels (1897-1945) war ein radikaler Antisemit und Gewaltfanatiker, der sich in der Rolle des Schöngeists gefiel und zugleich eine entscheidende Rolle bei den beispiellosen Verbrechen des "Dritten Reichs" spielte. Mit dieser Biografie erzählt Peter Longerich die politische wie die private Lebensgeschichte von Hitlers Chefpropagandisten und wirft zugleich ein neues Licht auf Öffentlichkeit und Herrschaft im Nationalsozialismus. Goebbels war die beherrschende Figur im Bereich der nationalsozialistischen Medien- und Kulturpolitik, und später gelang es ihm, erhebliche Kompetenzen im Bereich der zivilen Kriegführung auf seine Person zu vereinen. In diesen Funktionen war er einer der führenden Nationalsozialisten, die für eine immer radikalere Politik des Regimes eintraten. Sein wichtigstes Lebensziel bestand jedoch darin, sich selbst als genialen Lenker eines allumfassenden Propagandaapparates zu inszenieren, der in der Lage war, die völlige Übereinstimmung von "Volk und Führer" herzustellen. Dass er am Ende des "Dritten Reichs" nicht nur Hitler in den Selbstmord folgte, sondern seine Frau Magda und seine sechs Kinder mit in den Tod riss, erscheint als der konsequente Schlusspunkt eines über zwei Jahrzehnte gewachsenen totalen Abhängigkeitsverhältnisses
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Peter Longerich: Goebbels - Leseprobe beim Siedler Verlag
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 04.02.2011
Einen kritischen Blick wirft Hans Mommsen auf Peter Longerichs voluminöse Goebbels-Biografie. Der Ansatz des Autors, vor allem die Tagebücher des Propgandaministers als Rohstoff zu nutzen, scheint ihm tückisch. Den Vorteil von Longerichs enger, ja akribischer Anlehnung an die Tagebücher sieht er in der dadurch erreichten Anschaulichkeit und Quellennähe, den Nachteil im Verzicht, den überquellenden Stoff zu gliedern, in größere Zusammenhänge einzuordnen und zu interpretieren. Vor allem die zahlreichen Wiederholungen von Goebbels Bettgeschichten interessieren Mommsen weniger, auch wenn er einräumt, für das Publikum könne dies durchaus ein Lektüreanreiz sein. Sein Hauptkritikpunkt bezieht sich darauf, dass sich der Autor mitunter zu unkritisch auf Goebbles Tagebücher stützt. Anhand einiger Beispiele führt er vor Augen, wie Longerich Hitlers Chefpropagandisten auf dem Leim geht, Goebbels? Selbststilisierung übernimmt und so zu Fehlinterpretationen kommt.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 19.01.2011
Den etwas unnötig erscheinenden Umfang dieser Goebbels-Biografie erklärt sich Rezensent Cord Aschenbrenner mit der deutschen Herkunft des Autors, des in London lehrenden Historikers Peter Longerich. Dass Goebbels historiografisch an sich interessant ist, daran will Aschenbrenner nicht zweifeln, jedes Detail aus seinem Leben aber, so findet er, muss er nicht kennen. Genau das aber bietet Longerich. Viel interessanter erscheinen Aschenbrenner Arbeitsgrundlage und Methode des Buches beziehungsweise ihre geschickte Verzahnung durch den Autor: Die Verarbeitung der Goebbels-Tagebücher im hermeneutischen Abgleich mit einer tiefenpsychologischen Persönlichkeitsstudie. Dass Goebbels ein Narziss par excellence war, wird dem Rezensenten so erst richtig deutlich.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.12.2010
Anerkennung zollt Bernd Sösemann dieser bislang umfangreichsten Biografie über Joseph Goebbels, die Peter Longerich vorgelegt hat. Doch fällt die Bilanz des Rezensenten gemischt aus: Er lobt und tadelt gleichermaßen. Positiv wertet er den hohen Grad an Differenziertheit dieser Biografie sowie die psychologische Einschätzung der narzisstisch gestörten Persönlichkeit des Protagonisten. Ambivalent scheint ihm der Umgang des Autors mit den Quellen. Dieser wolle Goebbels' 32 Bände umfassenden Aufzeichnungen mit Hilfe weiterer Quellen erschließen. Hier hätte sich Sösemann mehr kritische Distanz zur Mitteilungswut von Goebbels gewünscht. Die Menge und Ausführlichkeit an Zitaten und Paraphrasen führt in seinen Augen auch nicht automatisch zu tieferen Einsichten und Erkenntnissen. Andere Autoren zeigen seines Erachtens, dass mittels "systematischer Quellenkritik" ein "ungleich höherer Erkenntnisgewinn" möglich wäre. Außerdem hätte er sich eine stärkere Einbeziehung der Adressatenperspektive und der Rezeptionsbedingungen gewünscht. Schließlich moniert er einige Fehler des Autors. Zuletzt aber hebt er lobend hervor, dass Longerichs Werk eine bessere Erforschung der nationalsozialistischen Propagandakommunikation ermöglicht.
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