Von den Unterschichten in der Bundesrepublik, deren Existenz allzu gern bestritten wird, bis zum heftig umstrittenen EU-Beitritt der Türkei, vom Nationalismus als radikaler Mobilisierungsideologie bis zu den lange tabuisierten Opfererfahrungen der Deutschen reicht das Spektrum dieser neuen Essays von Hans-Ulrich Wehler.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 24.02.2010
Rudolf Walther kann nur staunen über die Produktivität des bald 80-jährigen Autors der monumentalen "Deutschen Gesellschaftsgeschichte", der hier einen Band mit dreißig Aufsätzen, Essays und Rezensionen vorlegt. Unterteilt in vier thematische Blöcke (politische Kultur, Nationalismusproblem, Methodisches, Rezensionen) zeigen Hans-Ulrich Wehlers Texte dem Rezensenten unter anderem, wie sehr der Historiker Wehler sich stets politisch eingemischt hat. Und, so im Abschnitt über methodische Fragen der Geschichtsschreibung, dass eine sozialwissenschaftlich fundierte Gesellschaftsgeschichte a la Wehler sich nicht zu verstecken braucht vor einer prätentiöseren "neuen Kulturgeschichte".
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