Bücherschau der Woche
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All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Aus dem Spanischen von Peter Schwaar. In "Als die Welt Kind war" erzählt Juan Jose Millas von dem Jungen Juan Jose, der in Valencia aufwächst, und wie der Umzug nach Madrid sein Leben verändert. Valencia, der Inbegriff einer mediterranen Metropole und Madrid, kalt und unwirtlich: krasser können die Gegensätze für den Jungen nicht sein. Und doch gibt es in dem grauen Alltag die Straßenmusiker, die Überraschungen der Liebe und der Freundschaft, und all die Abenteuer der Fantasie. Unprätentiös und poetisch zugleich schildert Millas eine Vertreibung aus dem Paradies, die wie immer gleichzeitig ein Neubeginn ist. Dadurch entsteht nicht nur eine Biographie von Kindheit und Jugend, sondern eine des ganzen Lebens. Eine faszinierende Mischung aus Realität und Fiktion, wie sie Millas so zwingend und unentwirrbar noch nie gelungen ist.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.11.2010
Kersten Knipp hat sich sehr gern auf Juan Jose Millas' Roman eingelassen, der sich darin an seine Madrider Jugend erinnert und die Grenzen zwischen Fantasiewelt und Wirklichkeit auslotet. Der Roman lässt sich durchaus als Darstellung lesen, wie "fiktive Welten entstehen" und ist damit auch eine Beschreibung, wie Schriftsteller Welt in Fiktion verwandeln, meint der Rezensent. Für ihn geht der Roman aber über das nicht selten "hölzerne" Selbstreflexionsgenre hinaus, kann man doch in die "detailverliebte" Schilderung einer Jugend eintauchen, in der aus der "Langeweile" der nicht vergehenden Zeit das "Subjekt" erwächst.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.03.2010
Überaus eingenommen ist Rezensent Merten Worthmann für Juan Jose Millas' autobiografischen Roman "Meine Straße war die Welt", der in Spanien mit hohen Literaturpreisen ausgezeichnet wurde. Er sieht in dem Werk die unglückliche, entbehrungsreiche und freudlose Kindheit des Autors in ein wunderbares Buch verwandelt. Beeindruckt hat ihn, dass Millas seine permanente Verzweiflung nicht verleugnet, sich aber zugleich eine Art "wehrhafter Heiterkeit" erschreibt. Die schwungvoll geschilderten Ereignisse lesen sich für Worthmann wie eine "gnadenlose Revue", die er dem Autor spontan abnimmt. Er bescheinigt Millas, die sozialen Lebensbedingungen "wirkungsvoll" zu beschreiben, ohne sich darin zu vertiefen. Stattdessen beobachte er den Jungen, der er war, dessen Illusionen und Fantasien und verfolge die Nachwirkungen erster Schlüsselerlebnisse bis ins spätere Leben hinein. Wortmanns Fazit: ein "strahlendes Buch".
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 24.02.2010
Kersten Knipp stellt uns Juan Jose Millas als einen Autor vor, dessen Werke von den Fluchtbewegungen aus dem "Sprachgefängnis" und den daraus entstehenden Obsessionen geprägt wird. In seinem jüngsten autobiografischen Roman "Meine Straße war die Welt" blickt der Junge Juan aus wechselnden Perspektiven auf die Straße, in der er lebt, was ihn zu philosophischen Fragen über die Grenze von Leben und Tod führt, wenn wir dem Rezensenten glauben dürfen. Knipp erzählt allerdings so gut wie nichts von der Handlung des Romans, nur soviel erfahren wir: der Tod wird hier einmal mehr - zumindest "vorerst" - durch das Erzählen gebannt.
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