Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Ulf Schmidt

Hitlers Arzt Karl Brandt

Medizin und Macht im Dritten Reich

Cover: Hitlers Arzt Karl Brandt

Aufbau Verlag, Berlin 2009
ISBN-10 3351026714
ISBN-13 9783351026714
Gebunden, 750 Seiten, 29,95 EUR

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Klappentext

Karl Brandt (geboren 1904), der ursprünglich als Arzt im Umfeld Albert Schweitzers tätig sein wollte, gehörte seit 1934 zu Hitlers Führungszirkel. Der talentierte Chirurg und Organisator setzte mit mörderischer Konsequenz Vorstellungen vom gesunden Volkskörper um. Bis zu seiner Hinrichtung bekannte sich der enge Freund Albert Speers entrüstet als "nicht schuldig" und verteidigte überzeugt die Euthanasie. Ulf Schmidts fesselnde Darstellung erschließt über den vielschichtigen Charakter Karl Brandts die Hintergründe für die Normalität des Inhumanen im Nationalsozialismus und führt hin zu aktuellen Debatten über die Ethik der Medizin.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.01.2010

Rezensentin Christiane Liermann hat diese Studie über Hitlers Leibarzt Karl Brandt mit großen Interesse und meist gefesselt gelesen. Ulf Schmidt zeichnet von Brandt das Bild eines bürgerlichen, kultivierten Karrierenazi, der es trotz all der Verbrechen, für die er verantwortlich war, von sich selbst das Bild eines "Helfers und Heilers" beibehielt und dies auch nicht änderte, als ihm nach dem Krieg wegen seiner Verantwortung für das Euthanasieprogramm in Nürnberg der Prozess gemacht wurde. Er wurde trotzdem zum Tode verurteilt und hingerichtet. Unklar blieb der Rezensentin allerdings, womit Brandt zum Ende des Krieges hin Hitlers Unwillen auf sich gezogen hat (und in den letzten Kriegstagen von ihm zum Tode verurteilt wurde). Aber andererseits illustrierte diese Wahnhaftigkeit der Rezensentin die gespenstische Welt von Hitler und seiner Entourage. Kleinere Einwände macht die Rezensentin zwar gegenüber manchen Darstellungen und dem Charisma-Konzept des Autors gegenüber geltend, rechnet ihm dies aber nicht wirklich zum Nachteil an.

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Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren