Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Linus Reichlin

Der Assistent der Sterne

Roman

Cover: Der Assistent der Sterne

Galiani Verlag Berlin, Berlin 2009
ISBN-10 3869710039
ISBN-13 9783869710037
Gebunden, 379 Seiten, 19,95 EUR

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Klappentext

Hannes Jensen, ehemaliger Inspecteur der Polizei von Brügge, hat einen fatalen Fehler gemacht: Während eines Seminars in Island schläft er mit einer Frau, die er kaum kennt. Als er nach Brügge zurückkehrt, zu Annick, die er liebt, trägt er am Hals noch die Spuren jener Nacht in Island: Die Frau hat ihn gebissen, und dieser Liebesbiss entzündet sich. Jensen versucht, ihn mit einem Kaschmirschal zu verdecken. Annick den Fehltritt zu gestehen, hält er für schädlich: Es würde nur ihre Beziehung gefährden, die ohnehin auf wackligen Füßen steht. Außerdem hat Annick im Augenblick andere Probleme, in die sie Jensen nach seiner Rückkehr einweiht: Ihrer besten Freundin geht es nicht gut. Ein Feticheur, ein afrikanischer Wahrsager, hat ihr prophezeit, dass ihre einzige Tochter von einem Mann getötet werden wird, der ein Mal am Hals trägt. Jensen, als leidenschaftlicher Hobby-Physiker, glaubt nicht ans Schicksal. Seiner Meinung nach ist das Leben eine Abfolge von Zufällen, nichts ist vorbestimmt. Aber die Ereignisse der nächsten Tage lassen ihn an seinem Weltbild zweifeln. Es scheint, als bekomme der Feticheur mit seiner Prophezeiung recht.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 20.05.2010

Ursula März hat gebannt diesen Roman gelesen, der, wie sie schreibt, einen kriminalistischen Plot mit der "kleinen physikalischen Philosophie der Schicksalslehre" verknüpft. Der 1957 geborene Autor lote in seiner Geschichte über eine schwangere Blinde mit Biss am Hals und einen belgischen Physikprofessor den Bereich zwischen Wahrscheinlichkeit und Unwahrscheinlichkeit aus. Viel erfahren wir nicht über das Buch, spüren aber zwischen den Zeilen jede Menge Leselust knistern. Und intellektuelles Vergnügen.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.12.2009

Offenbar gefesselt hat Richard Kämmerling den zweiten Kriminalroman von Linus Reichlin gelesen, der sich, wie schon sein Erstling "Die Sehnsucht der Atome", mit philosophisch-wissenschaftlichen Fragestellungen herumschlägt. Der mittlerweile vom belgischen Kriminaldienst pensionierte Hobbyphysikers Hannes Jansen sieht sich mit einem von einem afrikanischen Wahrsager vorhergesagten Mord konfrontiert, zu dessen Hauptverdächtigen er unversehens gerät, erklärt der Rezensent. Für einen gewöhnlichen Krimi fährt der Autor ziemlich viele Zufälle auf, in seiner Versuchsanordnung, die Magie versus Wissenschaft und den freien Willen gegen das Vorherbestimmte stellt, folgt ihm der Leser durchaus gespannt, versichert Kämmerlings. Damit stellt sich Reichlin zu der Gruppe von Krimiautoren, die die "Zweckformen" des Krimigenres mit "philosophischen oder theologischen Fragestellungen" weit hinter sich lässt, rühmt der Rezensent.

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Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren