Die Alternative zum Supergedenkjahr 2009: Frank Witzel, Klaus Walter und Thomas Meinecke im popkulturellen Diskurs über crucial moments von 60 Jahren BRD-Geschichte.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.11.2009
Helmut Böttiger findet es nur zu passend, dass Frank Witzel, Klaus Walter und Thomas Meinecke als Trio über den "popkulturellen Turn" der BRD seit 1980 improvisieren. In den besten Passagen ergibt sich daraus ein "traumhaftes" Zusammenspiel, schwärmt der Rezensent, etwa wenn sich die drei Autoren im Gespräch an die internationalen Zuschaltungen bei "Aktenzeichen XY ungelöst" erinnern. An einigen Ecken hätte Böttiger sich Vertiefung gewünscht, zum Beispiel wenn es um die Folgen der "Ästhetisierung" geht, die seit 1980 auch von der Politik Besitz ergriff. Auch, warum der Pop-Begriff ausgerechnet in Deutschland so stark dogmatisiert wurde, hätte den Rezensenten interessiert. Insgesamt aber erkennt Böttiger in dem Band einen sehr überzeugenden Niederschlag einer "etwas allgemeineren Orientierungslosigkeit" der alten Bundesrepublik, und das findet er der Thematik offensichtlich absolut angemessen.
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