Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Aus dem Amerikanischen von Uda Strätling. Eine pensionierte Geschichtslehrerin, ein Investmentbanker und der junge, haltlose Nate - unweit von Boston, in einer Kleinstadt am See, treffen sie zum ersten Mal zusammen: drei Generationen, drei Menschen, die kaum unterschiedlicher sein könnten. Sie werden sich streiten, sich verlieben und fast ruinieren - und am Ende dieses Sommers eine noch viel weiter reichende Krise heraufdämmern sehen. Adam Haslett hat den Roman zur internationalen Wirtschaftskrise geschrieben: ein Porträt der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.02.2010
So begeistert wie vom ersten Buch Adam Hasletts ist Angela Schader vom neuen Roman "Union Atlantic" nicht. Wie die Rezensentin findet, erweist sich der Schriftsteller zwar als virtuoser und gut strukturierter Erzähler, aber der Plot des Buches ist ihr zu inszeniert und die Figurenzeichnung zu schwach. Im Roman geraten der gerissene und gewissenlose Bankunternehmer Doug Fanning und die vergeistigte, in etwas verwahrlosten Verhältnissen hausende Geschichtslehrerin Charlotte Graves aneinander, wie Schader berichtet. Dass Hasletts Romanhandlung ausgerechnet um die aktuelle Thematik von Börsencrash und Finanzkrise kreist, findet Schader zu bemüht, dennoch gefällt der Rezensentin der straffe Erzählton des Autors.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.12.2009
Einen großen Auflauf von Stereotypen hat Rezensentin Kristina Maidt-Zinke in Adam Hasletts "Union Atlantic" erlebt, einem Krisenroman dessen deutsche Übersetzung kurioserweise vor dem englischen Original erschien. Als recht schematisch und eindeutig liest die Rezensentin die Geschichte um den Börsenmakler und Abzocker Doug Fenning und - als schematischen Gegenpart - die pensionierte und wertefeste Geschichtslehrerin Charlotte Graves. "Sachkundig" und "laienkompatibel" sind die Vokabeln des letztlich wohl etwas gebrochenen Lobes der Rezensentin, die in Hasletts Erzählungen einen wesentlich ambitionierteren Schriftsteller gefunden hat als in diesem Roman. Eine Besonderheit gibt es allerdings noch: sprechende Hunde.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 08.12.2009
Rezensent Christoph Schröder findet zwar nicht besonders hilfreich, dass dieser Roman des Amerikaners Adam Haslett - der auf Deutsch erschienen ist, bevor er nächstes Jahr in den USA selbst auf den Markt kommen wird - als Roman zur Finanzkrise vermarktet wird, konnte aber dennoch einigen Erkenntnisgewinn aus dieser "unterhaltsamen" Erzählung ziehen: Zum Beispiel, wie es im konkreten Einzelfall dazu kommt, dass "die Aufarbeitung des Systemkollapses das System am Laufen hält". Das Buch ist Schröders Meinung nach handwerklich sehr gelungen, "geradezu perfekt inszeniert". Auch fängt Haslett seiner Ansicht nach Atmosphärisches recht gut ein. Trotzdem hat die Geschichte eine große Schwäche, nämlich ihre Klischeehaftigkeit. Dieses Problem liegt in Schröders Augen schon in der Auswahl des Stoffes begründet und ist bei der Thematik wohl fast unvermeidbar.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.11.2009
Ein Buch zum Thema der Zeit: Bankenkrise, Finanzskandal. Der Punkt daran allerdings: Justament im Moment des Lehmann-Brothers-Bankrotts hatte Adam Haslett den nun in deutscher Übersetzung (übrigens als "Weltpremiere") vorliegenden Roman bereits fertig. Es geht darin um einen Mann namens Doug, dem "Rendite" alles ist, dem aber über der Obsession mit Geld und Gewinn das Leben leerer und leerer wird. Eine alte Dame, die freilich im Gegensatz zum gegenwartssüchtigen Doug ganz der Vergangenheit verhaftet ist, ist die auch nicht richtig sympathische Gegenfigur, Geschichtslehrerin war sie, jetzt will sie Doug und seine - leer - im Weg stehende Villa vertreiben. So weit der Roman reicht, findet die Rezensentin Felicitas von Lovenberg, ist er schön und gut. Über eine bloße, präzise hingezirkelte Dokumentation herrschender Verhältnisse, bedauert sie aber, reicht er dann eben nicht hinaus. Also: Er überzeugt, aber nur im "zweidimensionalen" Raum.
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