Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Ennio Flaiano

Alles hat seine Zeit

Roman

Cover: Alles hat seine Zeit

Manesse Verlag, München 2009
ISBN-10 3717522361
ISBN-13 9783717522362
Gebunden, 512 Seiten, 22,95 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Aus dem Italienischen von Susanne Hurni. Nach einer Autopanne findet sich ein junger italienischer Offizier allein im äthiopischen Busch wieder. Die Begegnung mit einer rätselhaften Schönen löst eine Katastrophe aus: Durch Zufall prallt sein Schuss auf ein wildes Tier ab und tötet die Frau. Daraufhin quälen ihn nicht nur Selbstvorwürfe und die Furcht vor Entdeckung, sondern bald auch ein schlimmer Verdacht: dass er sich mit Lepra infiziert haben könnte. Auf seiner filmreifen Flucht durch die grandiose, bedrohliche Natur Afrikas sieht er sich mit existentiellen Fragen konfrontiert, aber auch mit der absurden Komik scheinbar auswegloser Situationen.

BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Ennio Flaiano: Alles hat seine Zeit - Leseprobe beim Manesse Verlag

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.10.2009

Ob man dieses Buch nun wirklich im Irak "so gut lesen kann" wie in Afghanistan, wie Rezensent Tilman Spreckelsen schreibt bzw. ob sich an Ort und Stelle auch jemand findet, der das unternimmt - wer will das sagen? Spreckelsen aber hebt damit auf die zeitlose Aktualität des von Fellinis Drehbuchautor Ennio Flaiano mit Hilfe seines Kriegstagebuches aus Abessinien erstellten Romans ab. Spreckelsen fasziniert nicht so sehr die Handlung, sondern wie der Autor das Grauen des von Mussolini geführten Feldzuges durch den Realitätsverlust und die Orientierungslosigkeit seines Helden "stilsicher" vermittelt. Eine Ahnung vom Albtraum des Krieges bekommt der Rezensent indirekt, als Echo der Kampfhandlungen, wie er erklärt. Die Fragwürdigkeit des Erzählers aber wirkt auf eine Weise, die Spreckelsen das Buch mit "Schuld und Sühne" vergleichen lässt oder mit einigen Erzählungen von Edgar Allan Poe. Dennoch hält er es für ein ganz und gar eigenständiges Antikriegsbuch. Eines, dessen Neuauflage – es erschien erstmals 1947 – er nur begrüßen kann.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.10.2009

"Radikalität altert nicht", konstatiert Rezensentin Maike Albath nach der Lektüre von Ennio Flaianos zuerst 1947 erschienenem und nun neu aufgelegtem autobiografischen Roman "Alles hat seine Zeit". Darin lässt Flaiano einen italienischen Soldaten als Ich-Erzähler vom Abessinienkrieg der 1930er Jahre berichten. Maike Albath zeigt sich beeindruckt von der Nüchternheit, mit der der von seiner Truppe Getrennte wahrnimmt, wie er sich immer tiefer in Schuld verstrickt. Eine "Geschichte eines Kontrollverlusts" ist dies, befindet die Rezensentin, denn anhand der immer bedrohlicher wahrgenommenen Dinge um ihn herum wird klar, dass der Ich-Erzähler paranoid wird. Von der Spannung zwischen dem Unheimlichen der Außenwelt und den Bemühungen des Erzählers um Rationalität fühlt sich die Rezensentin an Kafka und Dino Buzzati erinnert.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren