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Aus dem Archiv
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- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Jean-Luc Nancy
Noli me tangere
Klappentext
Aus dem Französischen von Christoph Dittrich. Me mou haptou - Noli me tangere - Rühr mich nicht an: Berühre mich nicht. In der Szene aus dem Johannesevangelium ist dies der Satz, den der auferstandene Christus an Maria Magdalena richtet, um gleich darauf wieder zu verschwinden. In dieser Dramaturgie des Augenblicks zwischen Tod und Wiederauferstehung, Präsenz und Absenz, Glaube und Unglaube erkennt Jean-Luc Nancy ein Schlüsselmoment der biblischen Erzählung, aber auch des Berührens schlechthin. Entlang der bildlichen Darstellungen der Szene von Rembrandt, Dürer, Tizian und Pontormo analysiert Nancy das Spiel der Hände, die Arabesken der Finger und die damit verbundenen Paradoxien des Bedeutens und des Sinns und reflektiert zugleich über das Wesen des Bildes selbst, denn auch das Gemälde verlangt Distanz, untersagt jedes Berühren. Der titelgebende Essay ist ein weiterer Beitrag zu Nancys großem Projekt einer "Dekonstruktion des Christentums" und kann als eine Fortschreibung der in "Corpus" begonnenen Bewegung eines "Entschreibens des Körpers" gelesen werden.
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Jean-Luc Nancy: Noli me tangere - eine Leseprobe beim Diaphanes Verlag
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.10.2009
Eine geduldige und zu allen Subtilitäten und Paradoxien bereite Untersuchung der "Noli me tangere"-Szene der Bibel erkennt die Rezensentin Christine Tauber im jüngsten Buch von Jean-Luc Nancy, den sie respektvoll als "einen der letzten Maître-Penseurs der Postmoderne" tituliert. Um das Berührungsverbot, das Christus gegenüber Maria Magdalena ausspricht geht es, dieses deutet Nancy in seiner ganzen Widersprüchlichkeit aus in seiner "Übersetzung" von Christi Wort: "Liebe, was dir entkommt, liebe den, der fortgeht. Liebe, dass er fortgeht." Beeindruckt zeigt sich die Rezensentin auch von Nancys Lektüren der Darstellungen der "Noli me tangere"-Szene in Meisterwerken der Malerei. Er öffne einem die Augen dafür, wie Künstler wie Rembrandt, Pontormo und Bronzino das Zugleich von Anwesenheit und Abwesenheit raffiniert ins Bild zu setzen verstanden. Kurzum: Dieser Band bietet dem Aufgeschlossenen eine "geistvolle Offenbarung über Kunst und Glauben".
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Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








