Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Beck wurde rausgeschmissen am Schwielowsee, in Cern wurde der Teilchenbeschleuniger angestellt, und nachdem Damien Hirst in London seine Sensationsauktion glücklich (111 Millionen Pfund Erlös) hinter sich gebracht hatte, kollabierten noch am selben Tag in New York die in die dortigen Feuchtbiotope und Felsen hinein errichteten Banken: Lehman, Goldman, Partners und Konsorten. Das Wort Rettungsschirm kam auf, die Dinger wurden aufgespannt, die Kredite trotzdem immer fauler. Kreditkrise, Staatskrise, Vertrauen weg, Derivate angeblich hochspekulativ usw. Frage an den Staat: Hast du mal ein paar Millliarden? Herr Ackermann, Herr Mehdorn, der Schwarze Schwan im Herbst 2008; September, Oktober, November. Ja: Wie war das gleich noch mal gewesen? Wie hat sich das angefühlt?
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 27.11.2009
Einen ambivalenten Eindruck hat Rainald Goetz' neues Buch "loslabern" bei Rezensentin Ina Hartwig hinterlassen. Die Lektüre hat ihr meistens, wenn auch nicht immer, Spaß gemacht. Sie empfindet Goetz als einen "Medienmönch" und überlegt, ob der mönchische Aspekt die "merkwürdige Sexuallosigkeit" seines Beobachterposten hinreichend erklärt. Den Spott, den Goetz für Frauen Ende 30 übrig hat, die sich wie 24-Jährige aufführen, schluckt sie hinunter. Besser gefallen ihr die Berichte über drei große Partys der Kulturschickeria aus dem Jahr 2008, unter anderem den Herbstempfang der FAZ in Berlin, in denen Goetz wunderbar sich "mächtige Männer" vornimmt. Ein wenig unbehaglich fühlt sich Hartwig allerdings, wenn sich der Autor an Heidi Paris erinnert, die 2002 Selbstmord begangen hat. Zwar ist sie berührt von Goetz' "Herzensbekenntnis" für Paris, die den Autor in ihre Suizid-Pläne eingeweiht hat. Aber für sie stellt sich doch auch die Frage, "ob diese katholische Glut sich gut macht im Textmeer all der Hass(liebes)tiraden".
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 27.10.2009
Wirklich angenehm können die "Nullerjahre" für Rainald Goetz nicht gewesen sein, vermutet Rezensent Dirk Knipphals, fehlt doch dem Pop in diesem Jahrzehnt der "avancierte Zentraldiskurs" wie es etwa die Loveparade für die Neunziger Jahre war. Und da Goetz nunmal ein radikaler Gegenwartsautor ist, waren die letzten, "normalen" Jahre für ihn schriftstellerische Krise, von der sein neues Buch "Loslabern" jetzt auch Zeugnis ablegt, wie Knipphals meint. Denn anstatt einen großen Erzählroman abzuliefern, wie es Goetz geplant hatte, bekommt man dort Gegenwartswahrnehmungen in Fragmenten, Skizzen und Notizen zu lesen, die kaum Dramaturgie aufweisen, dafür aber in einzelnen Sätzen "funkeln wie polierte Juwelen", lobt Knipphals zumindest die sprachliche Seite des Buchs. Ein paar erzählerische Schlaglichter gibt es dann auch noch: Auf dem Herbstempfang der FAZ 2008, den Goetz beschreibt, liest Knipphals gleich zwei Episoden, die sich ausgezeichnet zum Roman hätten erweitern lassen. Vielleicht wird das nächste Jahrzehnt für Goetz ja wieder besser, hofft er schließlich.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 15.10.2009
"Lebendige Kulturkritik, wie es sie lange nicht gegeben hat", nennt Rezensentin Iris Radisch diese Notate, die ihren Informationen zufolge während des letzten Buchmessenherbstes entstanden sind. In seiner Traurigkeit und Weltwundheit erinnert Rainald Goetz die Rezensentin außerdem mitunter an Botho Strauß, wenngleich der Ton hier natürlich ein ganz anderer sei. Aber wie Strauß habe auch Goetz sich schon lange aufs Räsonieren und Moralisieren verlegt, doch macht Radisch die Art, wie sich Goetz hier selbst als vom "Lustekel" über den Betrieb befallener "liebenswerter Trottel" in Szene setzt, ganz offensichtlich Freude.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.10.2009
Zum Start der Frankfurter Buchmesse empfiehlt Thomas Steinfeld allen anreisenden Kulturfunktionären und Medienarbeitern Rainald Goetz' Report "Loslabern" aus dem Inneren des Feuilletonbetriebs. Steinfeld lässt sich Goetz gern als "Gesellschaftsreporter des gehobenen intellektuellen Mittelstandes" gefallen, dass hierbei nicht nur der Buchmessenbetrieb in seiner ganzen systemischen Aufgeblasenheit zutage tritt, sondern auch das FAZ-Feuilleton ordentlich sein Fett wegbekommt (ob und was Goetz eventuell zur SZ schreibt, erfahren wir nicht). Der größere Teil des Buches schildert einen FAZ-Empfang in Berlin im November 2008, so dass Steinfeld auch einige instruktive Beobachtungen zur "Katastrophalizität" der Finanzkrise und die durch sie hervorgerufene Erregung in den einschlägigen Diskurszirkeln als Plus verbuchen kann.
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Dressierte Geschichten über dressierte Gefühle
09.02.2012: Großes Ereignis: Peter Nadas' Jahrhundertroman "Parallelgeschichten" liegt vor und beendet damit das Sandkastenspiel der bürgerlichen Literatur. Die Zeit ist überwältigt. Auch Christian Krachts Roman "Imperium" über den Begründer eines Kokusnussreichs kommt bei ihr sehr gut an. Die FAZ liest Hanna Kralls Erinnerungen "Rosa Straußenfedern". Die NZZ lernt in Bernd Stieglers "Belichtete Augen" alles über die Wunder der Optografie. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








