Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Musliminnen, die selbst entscheiden wollen, wen sie lieben, werden mit dem Tode bedroht. Muslime, die sich gegen eine arrangierte Ehe wehren, werden von ihren Familien verstoßen. Wer sich im Islam offen zu seiner Homosexualität bekennt, begibt sich in Lebensgefahr. Dennoch behauptet die islamische Welt, die bessere, die moralischere Religion zu haben. Einige religiöse Fanatiker bekämpfen den vermeintlich dekadenten Westen sogar mit Gewalt. Doch eine Gesellschaft, die freie Selbstbestimmung untersagt, ist in jeder Hinsicht rückschrittlich: In Bildung, Forschung und Wirtschaft sind muslimische Länder dem Westen deutlich unterlegen. Seyran Ates, plädiert für eine sexuelle Revolution im Islam. Genau wie die Frauen und Männer in westlichen Ländern, die in den 60er Jahren erfolgreich für ihre sexuelle Selbstbestimmung gekämpft haben, müssen sich auch die Musliminnen und Muslime ihre Rechte erstreiten.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.01.2010
In vielen entscheidenden Punkten ist Rezensent Gustav Falke mit den Thesen dieses neuen Buchs der Islamkritikerin Seyran Ates nicht einverstanden. Dass sie mit ihrer Kritik, wie jedenfalls der Buchumschlag groß behauptet, "Tabus" bricht, glaubt er nicht. Vor allem die zentrale Behauptung, dass die Demütigungen, die Unterdrückung, die Ehefrauen und Töchter in vielen muslimischen Familien erleiden, aus eben dem einen Punkt der Religion zu begründen und also zu kurieren seien, findet er wenig plausibel. Schon deshalb, weil es zu Gewalt hierzulande in erster Linie genau dann komme, wenn die Selbstverständlichkeit der Religion verloren ist. Brachiale antireligiöse Aufklärung a la Ates, meint Falke, wird da wenig helfen. Eher scheint ihm, dass die islamischen Frauen die Sache in die eigene Hand nehmen werden, indem sie etwa ihren türkischen "Männern weglaufen".
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 23.01.2010
Die hier rezensierende Ethnologin Susanne Schröter möchte nicht leugnen, dass es in islamischen Gesellschaften Frauenfeindlichkeit und -unterdrückung gibt. Aber so wie Ates könne man das nicht kritisieren, meint sie und fordert mehr Differenzierung bei der Behandlung dieses Themas. Ates reiht, so Schröter weiter, "Beispiele von sexuellem Missbrauch, Ehrenmorden, Zwangsheiraten und häuslicher Gewalt in unterschiedlichen Ländern" aneinander und unterlege sie mit Zitaten aus dem Koran und "zornigen Schimpftiraden". Auch dürfe man nicht wie Ates den Islam als Ursache für die Missstände verantwortlich machen, schließlich gebe es ganz unterschiedliche kulturelle Ausformungen. So habe es etwa in Pakistan, Indonesien und Bangladesch sogar Premierministerinnen gegeben. Schließlich findet Schröter, dass Ates den - durchaus gewürdigten - islamischen Frauenorganisationen nicht genug Gewicht beimisst. Die Rezensentin hätte sich gewünscht, dass Ates, statt Schläge zu verteilen, den Muslimen die Hand gereicht hätte.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.10.2009
Ja, Seyran Ates polemisiert in ihrem neuen Buch, bemerkt Rezensentin Karin Steinberger und findet daran auch nichts auszusetzen. Mit Ehrenmorden, Jungfrauenkult und Männlichkeitswahn berichtet Ates über problematische Ausprägungen des Islams, die sich wohl nicht anders bekämpfen lassen. Dabei zitiert die Rezensentin die Autorin mit deren eigener Begründung: "Wer zu viel differenziert, differenziert Probleme weg." Im Westen hat man die sexuelle Revolution auch mit viel Wut vorangetrieben, weiß Steinberger, und Ates habe jetzt ein gleiches Recht darauf. Das Thema ist, wie Steinberger bemerkt, bis jetzt kaum diskutiert worden. Ates' direkter Ton könnte darum eine ausgezeichnete Anregung zur Diskussion sein. Keine neutrale Analyse, sondern eine Kampfansage, urteilt Steinberger.
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