Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Mit 100 Fotos und Faksimiles. Sommerfrische hoch über dem Silser See in den Schweizer Bergen: Alljährlich traf sich hier die Familie Frank, die sonst über ganz Europa verstreut war. Noch Anne Franks Ur-Ur-Großvater hatte als kleiner Junge in der engen Frankfurter Judengasse leben müssen; doch schon eine Generation später wurde ein Vorfahr Anne Franks zum ersten jüdischen Professor in Deutschland berufen; ihre Großmutter Alice führte als Bankiersgattin ein weltoffenes Haus in Frankfurt, bis die Familie nach London, Basel und Amsterdam übersiedelte, das dann zum Schicksalsort der Familie werden sollte. Der letzte noch lebende Verwandte Anne Franks, ihr Cousin Buddy Elias, wurde schließlich berühmt als Eiskunstläufer und Schauspieler. Zahllose Briefe, Dokumente und Fotos der Familie haben auf dem Dachboden des Hauses der Familie in der Baseler Herbstgasse überlebt und wurden dort vor einiger Zeit entdeckt. Die Erzählerin Mirjam Pressler hat daraus unter Mitarbeit von Gerti Elias die Geschichte der deutsch-jüdischen Familie Frank zusammengefügt.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 25.03.2010
Dieses Buch wirft für Micha Brumlik nicht nur ein neues Licht auf die anrührende Gestalt der Anne Frank, deren familiären Hintergrund Miriam Pressler in diesem Buch ausleuchtet. Für Brumlik handelt es sich auch um einen narrativ-anschaulichen Beitrag zur Sozial- und Mentalitätsgeschichte des deutschen Judentums, für dessen vergessene Welt Presslers luzider, Brumliks Einschätzung zufolge auch Jugendlichen zugängliche Bericht den Blick öffne. Hilfreich seien dabei auch viele Brief- und Postkarten-Faksimiles, Fotos und Bildtafeln. Das Buch fußt, lesen wir, neben dem weltberühmten Tagebuch auf einem Zufallsfund in dem Schweizer Haus, in dem einige der Verwandten Anne Franks den Krieg überlebt haben: auf darin enthaltenen Briefen, Fotos und Tagebüchern. Dabei lernt man, so Brumlik, schließlich auch Anne Franks bemerkenswerte Tanten, aber auch ihren Cousin, den Schauspieler Buddy Elias kennen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 17.10.2009
Eingenommen ist Rezensentin Renate Wiggershaus von Mirjam Presslers generationenübergreifender Familiengeschichte der Familie Frank. Sie würdigt die Autorin als intensive Kennerin Anne Franks und ihres schmalen Werks. Die Möglichkeit zu der vorliegenden Familiengeschichte ergab sich laut Wiggersghaus durch einen neuen Fund von Tausenden von Briefen, Dokumenten und Fotos der Familie. Pressler nutze das Material nicht nur für "ausführliche, Authentizität stiftende Zitate", sondern auch als "Inspirationsquelle". Gebannt folgt die Rezensentin etwa der Geschichte von Anne Franks Großmutter Alice. Sie bescheinigt der Autorin "viel Empathie und Sachkenntnis". So bietet "Grüße und Küsse an alle" in ihren Augen ein lebendiges Bild vom Leben mehrerer Generationen einer weit verzweigten deutsch-jüdischen Familie.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.10.2009
Das Los der Familie Frank steht nach Meinung der Rezensentin Roswitha Budeus-Budde stellvertretend für die Millionen jüdischen Opfer. Die Schreckenszeit des Nationalsozialismus, die das Tagebuch der Anne Frank dokumentiert, erhält laut Rezensentin mit dieser Familienbiografie eine Vorgeschichte. In drei historische Abschnitte unterteilt erzählt Mirjam Presslers Buch anhand von über 6000 erhaltenen Briefen vor allem von drei Mitgliedern der Familie Frank, von Annes Großmutter Alice, ihrer Tochter Leni und Annes Cousin Buddy, lesen wir. Für die Rezensentin entsteht so eine Geschichte des jüdischen Bürgertums in Deutschland vom 19. Jahrhundert "bis zum Exitus" und über den Krieg hinaus. Nicht zuletzt wird durch die Lektüre das Bild der Anne Frank für sie wieder lebendig.
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