Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Serdar sitzt am wunderschönen Strand der türkischen Ägäis und überlegt, wie es weitergehen soll mit seinem Leben. Zuhause hatte er seine Beziehungen und Flirts nicht mehr unter Kontrolle, er floh ans Meer, ins Haus seiner Eltern. Was er als "Almanci", als "Deutschländer" in der Türkei erlebt, und was er mit seinem Kumpel Hakan zu bereden hat, davon erzählt Liebesmale, scharlachrot.Wenn Serdar gerade nicht in der Sonne liegt und dichtet, schreibt er Briefe nach Deutschland. Bei einer - immer bedrohlicher werdenden - Skorpionjagd lernt er die schöne Rena kennen, in die er sich prompt verliebt. Doch die Situation spitzt sich zu, als Anke aus Kiel zu Besuch kommt, um ihn zurückzugewinnen, und nach einem blutigen Kampf mit seinem Nebenbuhler, dem einheimischen Baba, landet Serdar im Krankenhaus und will schließlich nur noch eines: nach Hause. Doch wo ist das?
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 10.05.2001
Den Werther-Verschnitt nimmt Katharina Dobler dem Autor nicht ab. Zaimoglu, schreibt sie, setze mit einer durchaus ausdrucksfähigen und schillernden Figur dazu an, ein literarisches Exempel zu statuieren - sexueller wie kultureller Art. Authentisch soll es klingen, wie die von Dobler als "deutschbürgerliches Bildungsgut an der Frittenbude" belächelte, in den Roman importierte Deutschländer-Idiom-Kreation des Autors: "Aber hier klingt es künstlich." Keine literarische Rebellion im Namen des authentischen Lebensgefühls, meint Dobler, sondern nur die literarische Diagnose der Abwesenheit desselben. Die aber lese sich wie die munteren Tagebucheinträge eines Jünglings, der gerade dabei ist, sein schönstes Ferienerlebnis anzusteuern. Auch das noch.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 17.04.2001
Gabriele Killert ist begeistert. Ein Fan von Feridun Zaimoglus "Kanak-Sprak", die auch in seinem ersten richtigen Roman "produktives Schindluder mit der Sprache" treibt, und zwar so sehr, dass die Rezensentin den Kieler Schriftsteller - fast! - in eine Reihe mit Arno Schmidt stellt. Zugegeben, dessen Feineinstellung sei noch etwas schärfer, die Ironie noch raffinierter, schreibt Killert, und doch reicht für sie kaum etwas an diesen elegant zappenden und rappenden Sound von Zaimoglus Sprache heran. Dieser Sound ergießt sich in einen Briefroman, der die im Kanakenmilieu sprießende Empfindsamkeit junger Männerseelen und anderer Körperteile parodiert. Zwei Freunde korrespondieren über einen Sommer miteinander: Deutschland-Türkei, beide doppelt heimatlos, beide in Sachen Frauen kleine Maulhelden. Sie ziehen einander auf, sie ziehen einander hoch - auch wer bislang keine Adoleszenz-Romane mochte, wird dem Charme dieses Buches nicht widerstehen können, meint Gabriele Killert.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.11.2000
Agnes Hüfner findet, dass es ein Leichtes wäre, dieses Buch zu verreißen, insbesondere wegen des nicht immer konsequenten Aufbaus und der "Ökonomie in Sachen Erotik". Trotzdem gefällt ihr das Buch. Dabei liegen die Stärken des Briefwechsels zwischen dem schöngeistigen Serdar, der sich vorübergehend in der Türkei aufhält und gerne im Stil Goethes formuliert (so wischt er sich "Zähren" vom "trän`gen Auge") und dem Kieler Underdog Hakan vor allem in den kleinen "Episoden", wie Hüfner anmerkt. Besonders die Berichte Hakans, der in der von Zaimoglu so bezeichneten `Kanak Sprak` "aberwitzige und anrührende" Geschichten aus dem Emigranten-Alltag erzählt, gefallen ihr. Dabei gehe es weniger um die Suche nach Identität, sondern vielmehr um täglichen Plackereien, mit denen sich Hakan herumschlagen muss. Nicht zuletzt macht das Buch, so Hüfner, den Leser mit einigen "kennenswerten Sprich- und Schimpfwörtern" bekannt.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 04.11.2000
Richtig genossen hat Hauke Hückstädt diesen Roman. Seiner Ansicht nach erweist sich Zaimoglu mit diesem Briefroman, den der Autor selbst als `Die neuen Leiden des jungen Ali` vorstellt, "mehr denn je" als Autor und nicht nur als "aufklärerischer Dokumentarist", als den ihn viele Kritiker sehen. Zaimoglu erzählt hier anhand von Briefen die Geschichte von Serdar, der vor Frauen- und sonstigen Problemen von Kiel in die Türkei geflüchtet ist und sich jetzt über Briefe mit seinem besten Freund Hakan und seinen Freundinnen Anke und Dina verständigt. Doch sobald er im Land seiner Väter angekommen ist, wird er Opfer einer rätselhaften "Vollgliedlähmung", berichtet Hückstädt. "Die 300-seitige Wildnis, die er eröffnet", findet der Rezensent das Schönste an dem Roman und lobt auch Zaimoglus Umgang mit den Erwartungen und "Voreinstellungen" des Lesers, die er durch subtile Verschiebungen der Perspektive hinterfrage. Hückstädt hält den Briefroman für eine der Thematik angemessene Erzählform, weil er den " Optionen an Stimmvielfalt, Tonmischung und Aktionsradius, die dem Erzählen von modernen Lebensweisen" gerecht werde. Selbst die Tipp- und Kunstfehler, die Zaimoglus Kanak Sprak geschuldet sind, tragen dazu bei.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 19.09.2000
Cristina Nord geht zunächst mit viel Sympathie für den Autor vor. Sie präsentiert uns seine früheren Bücher, die mit ihrer Verschränkung der deutschen und türkischen Sprache einen besonderen Stellenwert in der deutschen Literatur einnehmen. "Schnodderbarock" nennt Nord diese stilisierte Mundart, die der Autor der dritten Einwandergeneration abgelauscht hat. Zaimoglu ist einer von ihnen, berichtet Nord, der 36jährige lebt in Kiel. Bislang hatte sich Zaimoglu auf sein Diktafon gestützt, mit dem er die Gespräche von Freunden oder Bekannten protokollierte und zu dem ihm eigenen Idiom weiterverarbeitete, zur "Kanak Sprak" verformte. Als sei ihm aber diesmal der Realitätsbezug abhanden gekommen, vermisst die Rezensentin eine Aussage in dem neuen Buch, das seine vermeintliche Authentizität diesmal in Form eines Briefroman suggeriert; jenseits aller Sprachkapriolen und amüsanten Anekdoten bleibt das Buch für sie inhaltlich leer.
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Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
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09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
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06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
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02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








