Bücher der Saison
Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Jobs
Historische Tage
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Edward W. Said
Orientalismus
Klappentext
Aus dem Englischen von Hans Günter Holl. In seiner enorm einflussreichen Studie von 1978 entlarvte Edward Said das Bild des Westens vom Orient als zutiefst einseitig und als eine Projektion, indem der "Orient" schlicht als "anders als der Okzident" verstanden wurde. Said verfolgt die Tradition dieses Missverständnisses durch die Jahrhunderte, in denen Europa den nahen und mittleren Osten dominierte, und zeigt, wie auch heute noch dieses Bild den Westen beherrscht. Weil es dem Orient dadurch verwehrt wird, sich selbst zu repräsentieren, wird ein wahres Verständnis der Kulturen verhindert. Gerade heute, dreißig Jahre nach seinem ersten Erscheinen, hat dieser Klassiker der Kulturgeschichtsschreibung nichts an Aktualität eingebüßt - ganz im Gegenteil.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.01.2010
Die nun vorliegende Neuübersetzung von Edward Saids "Orientalismus" hat Rezensent Stefan Weidner nicht wirklich überzeugt. Prinzipiell begrüßt er das Vorhaben, scheint ihm doch die erste deutsche Übertragung dieses wichtigen Werks des palästinensisch-amerikanischen Literaturwissenschaftler Edward Said (1935-2003) nicht frei von Mängeln. Zu seinem Bedauern ist die neue Übersetzung nicht besser: er hält ihr vor, von "atemberaubender Nachlässigkeit" zu sein und Sätze zu liefern, die "rundweg unverständlich" sind. Dass Saids Werk bei seinem Erscheinen 1978 die wissenschaftliche Orientalistik traumatisierte und spaltete, kann er bei der erneuten Lektüre dieses Klassikers nicht so ganz nachvollziehen. Saids Thesen bezüglich der Orient-Klischees und der ideologischen, ja oft rassistischen Haltungen der Orientalistik erscheinen Weidner heute "selbstverständlich". Bisweilen mutet ihn das Buch wie ein "konfuser Essay" an. Nichtsdestoweniger würdigt er die Bedeutung dieses Werks, das viel angestoßen und die Wissenschaft weiter gebracht hat.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 16.10.2009
Saids 1978 erschienenes Buch "Orientalismus" war ein Augenöffner und macht dennoch dumm, lautet das Urteil von Arno Widmann, der in seiner Rezension noch einmal die wesentlichen Punkte des Buchs aufgreift. Widmann erkennt zunächst an, dass Saids Kritik eine maßgebliche Etappe in der Kolonialismusdebatte absteckte. Allerdings kann er den Text heute nur noch historisch lesen. Said hat der westlichen Orientalistik vorgeworfen, den Orientalen zu entmündigen, gleichzeitig reflektiert er aber seine eigenen Vorurteile nicht, erklärt Widmann. Ein Buch über das Fremde müsste sich diesem zunächst einmal mit "Neugierde" annähern, so Widmann weiter. Aber gerade die findet er bei Said nicht. Der Neuausgabe hätte Widmann eine beigefügte Wirkungsgeschichte gewünscht. Seine Kritik endet er mit der Empfehlung aktuellerer Orientalismusstudien von Robert Irwin, Allen Lane und Ibn Warraq.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.09.2009
Rezensent Wolfgang Günter Lerch nimmt die Neuauflage von Edward Saids Klassiker zum Anlass, noch einmal die Fronten zu umreißen, die Said mit seinem Buch beschrieben und möglicherweise auch mit manifestiert hat. Lerch ist sich sicher, dass der Band weiterhin die Lektüre lohnt. Die "gut lesbare" Neuübersetzung sorge dafür ebenso, wie die in die Auflage aufgenommene Antwort Saids auf seinen Kritiker Bernard Lewis von 1994 und ein Vorwort aus der Zeit des Irak-Krieges, dem Lerch andauernde Aktualität zuschreibt, weil es deutlich mache, dass der von Said beschriebene Komplex durch den Krieg im Irak noch bedrohlicher und seine Fundamentalkritik am imperialistischen Westen noch brisanter geworden ist. Die Diskussion wird weitergehen, meint der Rezensent.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Bücher von Lesern empfohlen
Manfred Bogisch: Die LDPD und das Ende der DDR
Manfred Bogisch, langjähriger Mitarbeiter des LDPD-Vorsitzenden Manfred Gerlach und des LDPD-Vorsitzenden ...
Juan Jose Millas: Meine Straße war die Welt
Aus dem Spanischen von Peter Schwaar. In "Als die Welt Kind war" erzählt Juan Jose Millas von dem ...
Archiv: Bücherschauen
Doppeltes Glück
17.03.2010: Die FAZ lernt mit Bernd Lichtenbergs Familienroman "Kolonie der Nomaden", die Angst vor dem kommenden Schrecken zu fürchten. Sehr unheimlich findet die NZZ auch Paulus Hochgatterers Roman "Das Matratzenhaus. Die SZ kann Justine Levys Roman "Schlechte Tochter" allen Frauen mit schwierigen Müttern empfehlen. Die FR liest Essays von Orhan Pamuk. Die heutige Literaturbeilage der FAZ werten wir in den nächsten Tagen. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Francois Walter: Katastrophen
15.03.2010: Für die Natur gibt es keine Katastrophen, nur für die Menschheit. Der Schweizer Historiker Francois Walter hat eine Kulturgeschichte ihrer Bewältigung geschrieben und der Sinnsuche des Menschen: Strafe Gottes, Prüfung der Gottesfürchtigen sowie Ansporn zu neuen technischen Entwicklungen. Hier eine Leseprobe aus "Katastrophen". Mehr lesen
Betina Gonzalez: Nach allen Regeln der Kunst
11.03.2010: Im Erstlingsroman der Argentinierin Betina Gonzalez begibt sich eine Tochter auf die Suche nach den Spuren ihres Vaters, eines mittelmäßigen Bildhauers, und nimmt Kontakt mit seinen Geliebten auf. Hier eine Leseprobe aus "Nach allen Regeln der Kunst". Mehr lesen
Necla Kelek: Himmelsreise
08.03.2010: Passend zum 8. März: Necla Kelek kämpft in ihrem neuen Buch für eine aufgeklärte Lesart des Koran, informiert über Entstehung und Hintergründe und stellt fest: Auf den Koran kann sich nicht berufen, wer für Kopftuch und fünf Pflichtgebete am Tag plädiert. Lesen Sie hier ein Kapitel aus "Himmelsreise". Mehr lesen


Folgen Sie uns auf Twitter


