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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Craig Venter

Entschlüsselt

Mein Genom, mein Leben

Cover: Entschlüsselt

S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2009
ISBN-10 3100870301
ISBN-13 9783100870308
Gebunden, 569 Seiten, 24,95 EUR

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Klappentext

Aus dem Englischen von Sebastian Vogel. In einem Wettlauf mit den Universitäten der Welt gelang es Craig Venter als Erstem, das menschliche Genom vollständig zu entschlüsseln - wobei ihm das eigene als Material diente und er es hinterher im Internet veröffentlichte. Seine Mischung aus Unternehmergeist, Wagemut und Wissenschaftlichkeit hat ihn zu einem der interessantesten und umstrittensten Pioniere der neuen Naturwissenschaft gemacht. In seiner Autobiographie erzählt er nun, wie er vom unauffälligen Studenten in Kalifornien zum Militärarzt mit Einsatz in Vietnam wurde und Mitte der 1980er Jahre seine Chance sah und ergriff: das Sequenzieren von Genomen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.10.2009

In einer Linie mit "Jurassic Park", "Indiana Jones" und "The Day After Tomorrow" könnte sich Andrian Keye J. Craig Venters Autobiografie vorstellen. Denn nichts weniger als ein Actionthriller ist dieses Buch für Keye, in deren Zentrum der Abenteurer Venter für die wissenschaftlich beglaubigte Wahrheit kämpft. Mit der Dechiffrierung des Genoms entschlüsselt Venter auch seinen eigenen Erfolg und liefert genetische Erklärungen für seine fortwährenden Siege über die Hindernisse seines Lebens, erzählt Keye: So will Venter beispielsweise deshalb herausragend schwimmen können, weil er weniger Mutationen auf dem Gen AMPD1 besitzt als andere Menschen. Aus Venters Pionierleben wird so eine unantastbare Schicksalsgeschichte - eine Stilisierung als Auserwählten, die dem Rezensenten doch übel aufstößt. Etwas mehr Zweifel und Selbstkritik hätte sich Keye entsprechend für dieses Buch gewünscht, der in Venter einen "der interessantesten Visionäre unserer Zeit" sieht, der wohl als nächstes Projekt künstliches Leben erschaffen will und damit seinem Ruf als Dr. Faustus näher kommen könnte.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.10.2009

Craig Venters Autobiografie "Entschlüsselt: Mein Genom, mein Leben" ist für den Rezensenten Carlo Caduff eher ein Zeugnis atemloser Geschäftigkeit als ein Lesevergnügen. Der ehrgeizige Genetiker Venter präsentiert sich darin als ein talentierter Wissenschaftsunternehmer mit beachtlichem Organisationstalent, beobachtet Caduff. Dadurch werfe diese Autobiografie auch Licht auf den Wissenschaftsbetrieb "im Zeitalter des entfesselten Biokapitalismus". Eine "eigentliche Erzählung" wird aus diesem Lebensbericht jedoch nicht, findet der Rezensent: Zu sehr sei Venters Leben von den äußeren Einflüssen des Wissenschaftsbetrieb geprägt, als dass da Zeit für innere Handlung bliebe. Für den Rezensenten ist dieses Buch denn nur ein "Symptom eines Daseins, in dem der letzte Funke Nachdenklichkeit" von der "Betriebsamkeit des Alltags" erstickt zu werden droht.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.09.2009

Dass der Autor, gewohnt unbescheiden, sein eigenes Genom im Anhang mitveröffentlicht - geschenkt, meint Joachim Müller-Jung. Allerdings stellt der Rezensent sich die Frage, ob die deutsche Fassung von Craig "Genom" Venters Autobiografie mit ihren zwei Jahren Abstand zum Original nicht schon ein wenig schal schmeckt. Was ist inzwischen aus dem Genom, aus Venter geworden? In diesem Buch jedenfalls begegnet der Rezensent einem getriebenen Wissenschaftler mit jeder Menge Hollywood im Blut und Sinn für Dollars. Einem, der "detailreich und überschwänglich" von seinen Leidenschaften und Kämpfen erzählt und dem Leser analytische Weisheiten über seine eigenen Gene mitteilt. Da wundert es den Rezensenten geradezu, wie leidenschaftslos der Autor dabei sprachlich zu Werke geht.

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