Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Aus dem Katalanischen von Kirsten Brandt. An nichts ist dem Gerichtspräsidenten von Barcelona, Don Rafel Masso i Pujades, genannt "Senyoria", Euer Gnaden, mehr gelegen, als seine gesellschaftliche Stellung und seinen Reichtum gegen andere Emporkömmlinge zu verteidigen. Doch ein Mord, an dessen Aufklärung niemand besonderes Interesse zeigt, bringt eine Lawine ins Rollen, die Don Rafel trotz bester Beziehungen nicht mehr aufzuhalten vermag. Wer wußte von dem unseligen Vorfall, den er längst aus seiner Erinnerung verbannt hatte? Am letzten Tag des Jahres 1799, an dem das herrschaftliche Barcelona nur das rauschende Fest zur Jahrhundertwende im Sinn hat, ist für Don Rafel jeder Ausweg, den er in seiner Not sucht, von vermeintlichen Verbündeten versperrt.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.02.2010
Rezensentin Annika Müller freut sich, dass mit Jaume Cabres "Senyoria" ein weiterer Roman katalanischen Autors vorliegt. Mit dem korrupten, machthungrigen und eitlen Richters Don Rafel Masso i Pujades, dem der vor Jahren begangene Mord an der Geliebten zum Verhängnis wird, hat der Autor eine so abstoßende wie faszinierende Figur geschaffen, die den Leser trotz der negativen Charakterisierung zur Identifikation zwingt, so die Rezensentin voller Bewunderung. Sie hat gerade die psychologisch vielschichtige Darstellung dieses Richters fasziniert. Ursprünglich, verrät die Rezensentin, sollte der Roman in der Zeit nach Francos Tod spielen, dann habe sich der Autor aber für das Barcelona des ausgehenden 19. Jahrhunderts entschieden, wobei Parallelen auf der Hand lägen. Doch auch ohne den politischen Hintergrund zu kennen, lässt sich der Roman als ausgesprochen anschauliche Schilderung der spanischen vorletzten Jahrhundertwende lesen, so Müller. Nicht wirklich zufrieden ist sie übrigens mit der Übersetzung ins Deutsche. Sie wundert sich nicht nur darüber, dass die Übersetzerin Karin Brandt ganze Absätze weggelassen hat, auch den Wechsel der Sprachebenen findet Müller nicht eben deutlich herausgestellt. Das hält die Rezensentin aber nicht davon ab, sich auf weitere Bücher von Cabre in deutscher Übersetzung zu freuen.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.09.2009
Brigitte Kramer hat sich tief in den Bann von Jaume Cabres historischen Roman "Senyoria" ziehen lassen und findet sich nach einem Vorgeplänkel aus Anekdoten, Klatsch und Alltagswelt aus dem Barcelona des ausgehenden 18. Jahrhunderts unversehens in einer packenden Geschichte um Mord und Macht wieder. Im Mittelpunkt dieses bereits 1991 erstmals publizierten Romans steht der despotische Gerichtspräsident von Barcelona, den eine vor vielen Jahren begangene Untat zum Ende seines Berufslebens einholt, lässt uns die Rezensentin wissen. Nicht nur die scharfen Figurenporträts und den gelungenen Spannungsbogen preist die begeisterte Rezensentin. Als schriftstellerischen Coup feiert sie zudem, wie es Cabre gelingt, einen durch und durch negativ gezeichneten, abstoßenden Helden zur Hauptfigur und somit zur unsympathischen Identifikationsfigur zu machen.
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Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
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09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
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06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
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02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








