Island ist das bisher prominenteste Opfer der globalen Wirtschaftskrise. Die 300.000 Einwohner zählende Insel wurde wie kein anderes europäisches Land in den Finanzstrudel gerissen. Innerhalb von nur einer Woche zerfiel annähernd der gesamte Bankensektor des Landes. Doch ist Island wirklich ein Opfer der Finanzkrise? Oder brachte ein gezielter Angriff von internationalen Hedge-Fonds die Währung, das Bankensystem sowie den Aktienmarkt des Inselstaates zum Einsturz? Das behauptet nämlich Asgeir Jonsson, der Chefvolkswirt der Kaupthing Bank. Er liefert in diesem Buch den Nachweis, dass Island Opfer eines internationalen Coups war. Für seine provokante These hat er eine Fülle brisanter und unwiderlegbarer Fakten und Beweise gesammelt, die nur einen Schluss zulassen: Island war der Verlierer, große Hedge-Fonds die Gewinner.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.09.2009
So umfassend, temporeich und spannungsvoll hat Sebastian Balzter noch von niemandem erklärt bekommen, wie Island zum Zentrum der Finanzkrise hat werden können. Der Insiderstatus des Autors (Asgeir Jonsson ist seit 2004 Chefvolkswirt der isländischen Kaupthing-Bank) spielt dabei laut Balzter eine doppelte in sich widersprüchliche Rolle: Zum einen verdankt der Text ihm seine Informationsdichte und seine "atmosphärisch dichten Momentaufnahmen". Zum anderen ist er eine beständige Gefahr für die Glaubwürdigkeit der Analyse. Dass Jonsson vor allem die Politik und ausländische Spekulanten für den Crash des isländischen Finanzsystems verantwortlich macht und die eigene Zunft rechtfertigt, kann Balzter indes gut verstehen. Angesichts der aufschlussreichen mentalitätsgeschichtlichen Informationen über das isländische Volk, Jonssons Bericht über Islands Einstieg ins internationale Investmentgeschäft und seiner Charakterskizzen aggressiver Finanzwikinger bildet sich der Rezensent auch mal gerne eine eigene Meinung darüber, wer die Schuld trägt an Islands Fall.
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