Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Thorvaldur Thorsteinsson

Die große Suche des kleinen Blidfinn

Ab 8 Jahren

Cover: Die große Suche des kleinen Blidfinn

C. Bertelsmann Verlag, München 2002
ISBN-10 3570126099
ISBN-13 9783570126097
Gebunden, 122 Seiten, 10,00 EUR

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Klappentext

Aus dem Isländischen von Karl-Ludwig Wetzig. Mit Vignetten von Gudjon Ketilsson. Blidfinn, ein menschenähnliches Wesen, das fliegen kann, lebt in einem Garten am Rand des Waldes. In seinem Zuhause hat er es sich behaglich eingerichtet, mit Pfannkuchen und Schokolade und klaren Regeln. Die Grenzen seiner Welt verlässt er nie,denn er weiß, außerhalb seines kleinen Reichs lauern alle Gefahren des Universums. Völlig unerwartet sitzt eines Morgens ein Kind in seinem Garten. Fünf Jahre lang verbringen Blidfinn und das Kind eine herrlich unbeschwerte Zeit miteinander. Niemalsaber verlässt Blidfinn die heimliche Sorge, dass sein Freund wieder aus seinem Leben verschwinden könnte...

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.08.2002

Rezensent Burkhard Scherer hat wenig übrig für "diesen kurzgefassten Bildungsroman". Das Personal sei beliebig, der Plot tausende Male durchgespielt, der Ton "ranschmeißerisch" und die Moral in ihrer Schlichtheit bestenfalls second hand. "Es gibt Dinge, die ein kleines Wesen nicht durchschauen kann", wird diese Moral vom Rezensenten auf den Punkt gebracht. In einem Garten, lesen wir, taucht eines Tages ein brabbelndes Kleinkind auf, dass sich vor den Augen des Gartenbesitzers Blidfinn in Luft auflöst, der sich alsbald auf die Suche macht. Lindfin ist "ziemlich menschenähnlich" aber dennoch kleinkindhaft und mit fast durchsichtigen Flügeln ausgestattet. Der Garten samt Welt dahinter , lesen wir, entpuppt sich bald als eine mit allerlei "angenehmen und widerwärtigen Wesen" bevölkertes Terrain. Sehr herzig findet der Rezensent die "befellten Gubis", weniger nett die "blutrünstigen Klauenbeißer". Im Ganzen sieht man ihn allerdings seiner journalistischen Informationspflicht nur höchst widerwillig folgen. Wenn sich der "Niedlichkeitsnebel" über Figuren und Geschichte verzogen habe, bleibt in seinen Augen nichts als "inkonsistenter Phantasie-Kitsch mit herbem Kirchentraktatsaroma" zurück.

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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 21.03.2002

Armer Blidfinn. Langweilt sich paradiesisch. Bis Seite elf allerdings nur, da findet er einen Menschenfreund, und es geht ihm besser, wie Reinhart Osteroth erleichtert feststellt. Der Blidfinn, das knuffige Flügeltier, ist ihm da schon ans Herz gewachsen. Gewachsen worden, sollte man besser sagen, von seinem Autor und dessen "leichter und verschmitzter" Erzählweise. Dankbar, dass keine aufdringliche Botschaft "daherplumpst", liest Osteroth das Büchlein gemächlich von vorn bis hinten und zurück, weil sich ihm am Ende "alles noch mal neu" erschließt. Als "Fabel vom Verschwinden und Wiederkehren der Kindheit" nämlich. Und das scheint auch etwas für Erwachsene zu sein.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren