Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem Niederländischen von Hanni Ehlers. Als der vierjährige Bennie spurlos verschwindet, denkt sein Vater, Bram Mannheim, erst an einen Unfall, dann an ein Verbrechen. Dass das Verschwinden des Jungen mit Weltpolitik zu tun haben könnte, entdeckt er erst sechzehn Jahre später. Und er tut alles, um seinen Sohn wiederzubekommen.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.01.2010
Nicht erwärmen kann sich Rezensent Thorsten Schmitz für Leon de Winters Roman "Das Recht auf Rückkehr", den er einen "Anti-Palästinenser-Roman" nennt. Der zwischen 2004 und 2025 spielende Nahost-Thriller zeichnet in seinen Augen ein überaus deprimierendes Bild von der Zukunft Israels. Im Grunde beschreibt das Buch für Schmitz, was nach Ansicht des Autors passieren wird, wenn man seine Warnungen vor dem Islamismus nicht gebührend ernst nimmt. Insofern wirkt das Werk auf ihn in erster Linie wie ein Appell in Romanform, wie eine unausgegorene Mischung aus Internetrecherchen, Blade Runner, ein wenig Hollywood, ein bisschen "Drachenläufer" und jede Menge CNN. Alles in allem hält er dem Autor vor, auf den 550 mühsam zu lesenden Seiten vor allem Vorurteile und Klischees zu bedienen. Etwas "Aufklärerisches, Erhellendes" kann Schmitz in dem Buch dagegen nicht finden.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 19.11.2009
Kaum mag Philipp Ramer Leon de Winters Roman "Das Recht auf Rückkehr" als reinen "Unterhaltungsroman" durchgehen lassen. Das Buch erzählt die Geschichte eines israelischen Historikers in Princeton, dessen 4-jähriger Sohn verschwindet und auf dessen Verbleib sich erst im Jahr 2024 bei einem islamistischen Selbstmordattentat in der nun geteilten Stadt Tel Aviv ein Hinweis ergibt. Davon abgesehen, dass der Roman trotz des spannungsreichen Plots für das Empfinden des Rezensenten "Längen" aufweist, beklagt er sich über "Effektheischerei und Kitsch" und mitunter eine allzu schnoddrige Sprache. Am schwersten aber wiegt in seinen Augen die Schwarzweiß-Malerei, mit der die Protagonisten über Araber und den Islam urteilen. Auch wenn Ramer weiß, dass man die Personenrede der Figuren nicht mit der Meinung des Autors gleichsetzen darf, so irritiert ihn die fortwährende Polemik, und er kann sich des Verdachts nicht erwehren, dass de Winter hier durchaus seine persönliche Islamkritik unter den Mann bringt.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 29.08.2009
Spannend, wenn auch konventionell geschrieben findet Rezensent Andreas Fanizadeh diese negative politische Zukunftsvision Leon de Winters über ein Israel im Jahr 2024. Dennoch handelt es sich aus seiner Sicht um "Antiaufklärung pur", ein "literarisches Manifest der neuen europäischen Rechten" und "westliche Kulturkampfprosa". Allerdings ist es schwer, die steilen Thesen anhand seiner Rezension wirklich nachzuvollziehen, da das geschilderte Israel des Jahres 2024 Fanizadehs Zusammenfassung des Plots zufolge ein ziemlich grauenhafter Ort geworden ist: auf ein Drittel seiner Fläche geschrumpft, weil es dem demografischen Wandel Rechnung getragen und sich von allen arabisch besiedelten Gebieten getrennt hat. Der Zugang ist nur nach DNA-Probe möglich - jüdisch oder arabisch, das ist hier die rassistische Frage. Bei Bram Mannheim, der Hauptfigur des Romans, scheint dem Rezensenten die Unterscheidung zwischen Romanfigur und Autor schwer zu fallen, da er Positionen des Protagonisten automatisch als Positionen Leon de Winters beschreibt.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.08.2009
Durchwachsen scheint Rezensent Hannes Hintermeier dieser Roman von Leon de Winter, der darin eine düstere Vision der Zukunft Israels zeichnet. Im Mittelpunkt der zwischen 2004 und 2025 spielenden Handlung - Israel ist inzwischen ein Schrumpfstaat mit der Fläche Groß-Tel-Avivs, Polen das mächtigste Land Europas und Putin hat Tschetschenien, Aserbaidschan und Georgien zerstört - sieht er den früheren Princeton-Professor Bram Mannheimer, dessen Sohn vor sechzehn Jahren entführt wurde und der nun herausfindet, dass Terroristen jüdische Kinder entführen und zu Selbstmordattentätern ausbilden. Als Science-Fiction taugt der Roman nach Hintermeiers Ansicht nicht, weil er das Genre nicht ernst nehme. Neben Elementen der Kolportage findet er in dem Roman immer wieder politische Referate, "die in Leitartikeln besser aufgehoben wären als in der Figurenrede". Dennoch bescheinigt er dem Roman am Ende ein "starkes Finale".
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Archiv: Bücherschauen
Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








