Marga Minco

Nachgelassene Tage

Roman
Cover: Nachgelassene Tage
Lübbe Verlagsgruppe, Bergisch Gladbach 2000
ISBN 9783785715154
Gebunden, 155 Seiten, 15,24 EUR

Klappentext

Aus dem Niederländischen von Marlene Müller-Haas. "Ich verließ meine Schwester und bleichte mir die Haare." Dieser Satz beschreibt die letzte Begegnung zweier Schwestern während des Zweiten Weltkrieges in einem Haus in Amsterdam. Die eine beschließt, in einem Versteck in der Großstadt unterzutauchen, während die andere, Bettie, auf den rechtzeitigen Sieg über das Böse vertraut. Betties Leben hat in Auschwitz ein grausames Ende gefunden. Daran denkt ihre Schwester, als sie viele Jahre später wieder am Wedemerplein steht. Die Bitte ihrer Schwägerin Eva hat sie hierhergeführt, denn Evas Familie hatte vor der Deportation ihren Nachbarn die Dinge zur Aufbewahrung anvertraut, nach denen sich Eva heute noch sehnt, vor allem nach einer filigranen blauen Schüssel, auf der Vögel abgebildet sind, die in die Freiheit fliegen. Die Bemühungen, diese Schüssel wiederzuerlangen, öffnen den Weg zurück in die Vergangenheit. Die Reaktionen der Betroffenen zeigen in erschreckender Deutlichkeit, wie sehr das, was damals geschah, auch heute noch zur Realität gehört

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 23.12.2020

Rezensent Marko Martin empfiehlt den Kurzroman von Marga Minco über den Holocaust, das Exil und die Spuren, die beides bei den Überlebenden hinterlassen hat. Wie die Autorin in diesem bereits 1997 veröffentlichten Text von der Abwesenheit geliebter Menschen erzählt, "kristallin", ohne vordergründige Symbolik, findet Martin weiterhin lesenswert, zumal in der "lakonisch-präzisen" Übersetzung von Marlene Müller-Haas.
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