Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
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Klappentext
Aus dem Persischen von Susanne Baghestani. Der Aufstieg eines zwielichtigen Operateurs von Jungfernhäutchen zum Klinikchef, der sich in eine seiner Patientinnen verliebt, ist Ausgangspunkt für ein Sittenbild der iranischen Gesellschaft, deren politische, wirtschaftliche und soziale Zwänge und Verwerfungen ein junges Liebespaar auf grausame Weise scheitern lassen. "Teheran Revolutionsstrasse", der in Teheran nicht veröffentlichte Roman Cheheltans, porträtiert den unbekannten Alltag von Menschen der Teheraner Megacity.
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 09.02.2010
Begeisterung hat Amir Hassan Cheheltans "großartiger" Roman über die iranische Gesellschaft bei Rezensent Kurt Scharf ausgelöst. Dem Autor gelingt es seines Erachtens, ein höchst anschauliches, lebensnahes, nuanciertes und mitunter recht drastisches Bild des nachrevolutionären Teheran zu zeichnen. Das Buch hat für Scharf etwas Bedrückendes - etwa bei der Beschreibung von Folter oder der elenden Situation im für politische Häftlinge bestimmten Evin-Gefängnis. Zugleich lobt er es als spannend und unterhaltsam, vor allem wegen der Ironie und des Sarkasmus des Autors. Er findet sich - erzähltechnisch perfekt gemacht - als Leser mitten in das Geschehen gezogen. Beeindruckt hat ihn, wie Cheheltan präzise Beobachtung, kritische Beschreibung und Ironie verbindet, wenn er die "Heuchelei der bigotten Revolutionäre" geißelt. Der Roman hilft dem Leser in seinen Augen auch, das aktuelle Geschehen im Iran besser zu verstehen. Und nicht zuletzt verdeutlicht "Teheran Revolutionsstraße" für Scharf eindrucksvoll, dass die iranische Literatur den "Anschluss an die Moderne gefunden hat und hinter der europäischen oder amerikanischen nicht zurücksteht".
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.12.2009
Als Tableau Teherans und des Irans und als Vorgeschichte der aktuellen Proteste im Heimatland des Autors findet Alex Rühle den Roman von Amir Hassan Cheheltan beeindruckend. Daran, dass Cheheltan sich auskennt mit dem herrschenden Regime, hat er nach der Lektüre keinen Zweifel. Und so erscheinen ihm die vom Autor vor den Leseraugen ausgebreiteten Ängste der Protagonisten, die sämtlich im Moloch Teheran zusammenlaufen, als so düster wie authentisch. Radikal und mutig ist das Buch für ihn, weil es ein Generalangriff gegen die iranischen Verhältnisse ist, ohne jedoch eine einzige Zeile gegen den Islam oder die iranische Regierung zu enthalten. Stark ist das Buch laut Rühle, wo es die Innenperspektive der Figuren nutzt und auf moralische Kategorien verzichtet. Schwach dort, wo der Autor in der Art eines CNN-Reporters kommentierend eingreift.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.10.2009
Amir Hassan Cheheltans Iran-Roman hat Rezensent Stefan Weidner tief beeindruckt. Wer wirklich verstehen will, was gegenwärtig im Iran passiert, der muss in seinen Augen dieses Buch lesen. Zugleich würdigt er den Autor als einen der bedeutendsten Schriftsteller des Iran und lobt "Teheran, Revolutionsstraße" als "große Literatur", ja als "Weltliteratur". Er sieht die Intention Cheheltans darin, jenseits von Ideologie, die "eigene Logik" der geschlossenen, ungeheuerlichen Welt der iranischen Gesellschaft zu verstehen. Das Buch ist für Weidner wie ein "Brennglas", durch das das "Unverständlichste und Fernste" klar wird: die Unmenschlichkeit des Systems, der Verlust eines Bewusstseins für Recht und Gesetz bei den Protagonisten, fanatischen Anhängern des Regimes. Mit großem Lob bedenkt der Rezensent auch Susanne Baghestanis "meisterhafte" deutsche Übersetzung dieses Romans, der im Iran nicht veröffentlicht werden kann.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.08.2009
Amir Hassan Cheheltans Roman "Teheran Revolutionsstraße" ist nach Ansicht von Rezensentin Verena Lueken ein Buch, das einem "die Luft abschnürt". Sie beschreibt den Roman des iranischen Schriftstellers, der seit kurzem in Berlin lebt und ein Literaturstipendium des DAAD hat, als ein bedrückendes Gesellschaftspanorama Irans. In gewisser Weise enthält das Buch für sie die "Vorgeschichte der Proteste", ohne aber ausdrücklich von den Gegnern des Systems zu handeln. Im Mittelpunkt sieht sie den Alltag der Menschen in Teheran, in einer "verrottenden Gesellschaft". Die Geschichte um einen dubiosen "Hymenoplastiker" und Geheimdienstagenten beeindruckt Lueken mit ihren "eindringlichen Szenen". Sie bescheinigt dem Autor einen recht "ironischen Ton", der ihn aber nicht davon abhält, auch grausame Folter und Morde zu beschreiben. Dass das Buch im Iran nicht erscheinen kann, liegt für sie auf der Hand.
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